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Zinserhöhungen gehen weiter: Fed hebt auf 22-Jahres-Hoch an. Zieht EZB nach?

Notenbank-Chef Jerome Powell
Notenbank-Chef Jerome Powell Copyright SAUL LOEB/AFP or licensors
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Von Euronews mit AP, dpa
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Auch von der Europäischen Zentralbank wird eine weitere Zinserhöhung im Euroraum erwartet. Doch die Nachfrage nach Unternehmenskrediten und Wohnungsbaudarlehen im Euroraum geht bereits zurück.

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Es ist das elfte Mal in knapp eineinhalb Jahren, dass die US-Notenbankdie Kreditkosten erhöht, um die Wirtschaft abzukühlen und den Preisanstieg zu dämpfen. Die Federal Reserve hat den Leitzins jetzt auf den höchsten Stand seit 22 Jahren angehoben. Mit einer Anhebung um 0,25 Prozentpunkte liegt er nun in der Spanne von 5,25 bis 5,5 Prozent. 

Und trotz abgekühlter Inflation ließ der Notenbank-Chef Jerome Powell die Tür für weitere Anhebungen offen. "Wir sind uns bewusst, dass unser Handeln Auswirkungen auf Gemeinden, Familien und Unternehmen im ganzen Land hat", so Powell. Aber die Fed werde alles mögliche tun, "um die Ziele der maximalen Beschäftigung und Preisstabilität zu erreichen".

Auch von EZB Zinserhöhung erwartet

Auch von der Europäischen Zentralbank wird eine weitere Zinserhöhung im Euroraum erwartet. Volkswirte rechnen mit einer erneuten Anhebung der Leitzinsen um 0,25 Prozentpunkte.

Doch die EZB steht unter Druck, die Zinserhöhungen zu beenden. Banken in der Eurozone haben bereits einen starken Rückgang der Nachfrage nach Unternehmenskrediten gemeldet. Das Gleiche gilt für die Nachfrage nach Wohnungsbaudarlehen.

Der Leitzins, zu dem sich Geschäftsbanken frisches Geld bei der EZB besorgen können, liegt mittlerweile bei 4,0 Prozent. 

EZB-Präsidentin Christine Lagarde hatte für die Sitzung bereits eine weitere Erhöhung in Aussicht gestellt. Nach Jahren mit Null- und Negativzinsen hob die EZB angesichts der hartnäckig hohen Teuerung die Zinsen seit Juli 2022 in einer beispiellosen Serie acht Mal in Folge an.

Trotz einer Abschwächung lag die Inflation im Juni weiterhin deutlich über dem EZB-Ziel von 2 Prozent. Die Verbraucherpreise erhöhten sich im Juni gegenüber dem Vorjahresmonat um 5,5 Prozent, nach 6,1 Prozent im Mai. Die rasante Inflation war unter anderem vom Anstieg der Energiepreise nach dem russischen Angriff auf die Ukraine ausgelöst worden.

US-Wirtschaft bleibt robust

Die US-Wirtschaft ist während des aggressivsten Zinserhöhungszyklus seit 40 Jahren robust geblieben. Die Zahl der Neueinstellungen hat sich zwar verlangsamt, ist aber nach wie vor hoch, und die Arbeitslosenquote liegt immer noch nahe an einem Rekordtief.

Die Juni-Daten zeigten, dass sich die hohe Inflation in den USA erneut und spürbar abgeschwächt hat. Die Verbraucherpreise stiegen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 3,0 Prozent. Das war der niedrigste Wert seit etwas mehr als zwei Jahren. Im Vormonat hatte die Rate noch 4,0 Prozent betragen. Die Kerninflation, bei der schwankungsanfällige Energie- und Lebensmittelpreise ausgeklammert werden, fiel im Juni von 5,3 auf 4,8 Prozent.

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