Nawalny wird am Freitag in Moskau beerdigt

Der in russischer Haft gestorbene Oppositionspolitiker Alexej Nawalny
Der in russischer Haft gestorbene Oppositionspolitiker Alexej Nawalny Copyright AP/Moscow City Court
Von Julika HerzogEuronews digital mit AP
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Der russische Oppositionnelle soll am Freitag auf dem Moskauer Borisowski-Friedhof beigesetzt werden. Seine Witwe befürchtet Verhaftungen auf der Beerdigung ihres Mannes.

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Der in russischer Haft gestorbene Oppositionspolitiker Alexej Nawalny soll am Freitag in Moskau bestattet werden. Nach einem Trauergottesdienst werde Nawalny auf dem Friedhof Borisowski im Südosten Moskaus beerdigt.

Dies schrieb seine Sprecherin Kira Jarmysch am heutigen Mittwoch auf X. Jarmysch berichtete, verschiedene Gemeinden hätten es abgelehnt, die Trauerfeier für Nawalny auszurichten, die meisten Veranstaltungsorte hätten erklärt, sie seien ausgebucht. Manche hätten sich geweigert, als sie den Nachnamen "Nawalny" gehört hätten. Eine Einrichtung habe mitgeteilt, dass Bestattungsinstituten die Zusammenarbeit untersagt worden sei.

Iwan Schdanow, der Direktor von Nawalnys Anti-Korruptions-Stiftung, sagte, die Beerdigung sei ursprünglich für Donnerstag geplant gewesen, den Tag der jährlichen Ansprache Putins an das russische Parlament. Doch habe sich kein Veranstaltungsort dazu bereit erklärt, das Begräbnis an diesem Tag abzuhalten.

Nawalnys Witwe befürchtet Festnahmen

Nawalnys Witwe Julia Nawalnaja bestätigte den Termin und äusserte vor dem EU-Parlament in Straßburg die Befürchtung, dass es zu Festnahmen auf der Beerdigung ihres Mannes kommen könnte.

Bei dem öffentlichen Gedenken nach dem Bekanntwerden seines Todes waren hunderte Trauernde festgenommen worden.

"Ich bin nicht sicher, ob es friedlich sein wird oder ob die Polizei Menschen festnehmen wird, die gekommen sind, um sich von meinem Mann zu verabschieden", sagte sie vor den Abgeordneten.

Nawalnaja wirkte an manchen Stellen den Tränen nah, aber absolut entschlossen. Sie erhielt viel Applaus. Der Tod ihres Mannes "hat jedem gezeigt, dass Putin zu allem fähig ist und dass man nicht mit ihm verhandeln kann", sagte sie.

Der prominente Kritiker Putins war am 16. Februar in einer der härtesten russischen Strafkolonien in der Arktis im Alter von 47 Jahren gestorben.

Seine Leiche war erst am vergangenen Samstag seiner Mutter übergeben worden, neun Tage nach Nawalnys Tod in der Polarwolf-Strafkolonie. Ljudmila Nawalny sagte, von ihr sei verlangt worden, ihren Sohn heimlich und ohne öffentlichen Abschied zu begraben. Sie weigerte sich, diese Forderungen zu erfüllen.

Nawalny war einer der prominentesten Kritiker des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Seine Witwe und Anhänger sowie zahlreiche westliche Politiker machen die russische Führung und Putin selbst für den Tod Nawalnys verantwortlich.

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