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Sonnensturm trifft Erde und erzeugt atemberaubende Polarlichter

Nordlicht am Nachthimmel über Daillens, Kanton Waadt. 11. Mai 2024
Nordlicht am Nachthimmel über Daillens, Kanton Waadt. 11. Mai 2024 Copyright Laurent Gillieron/' KEYSTONE / LAURENT GILLIERON
Copyright Laurent Gillieron/' KEYSTONE / LAURENT GILLIERON
Von Christoph DebetsAP
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Nachdem ein ungewöhnlich starker Sonnensturm die Erde getroffen hat, sind in Europa und Nordamerika bis weit in südliche Gefilde Polarlichter zu sehen. Sie stehen in Zusammenhang mit einem Plasmaausbruch der auf einen Sonnenfleck zurückgeführt wird, der 16-mal so groß wie die Erde ist.

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Ein ungewöhnlich starker Sonnensturm hat die Erde getroffen und am frühen Samstagmorgen für atemberaubende Farbspiele am Himmel über der Nordhalbkugel gesorgt. Berichte über Unterbrechungen der Stromversorgung und der Kommunikation gab es zunnächst nicht.

Die US-Wetterbehörde NOAA (National Oceanic and Atmospheric Administration) hatte eine seltene Warnung vor einem schweren geomagnetischen Sturm herausgegeben, als am Freitagnachmittag ein Sonnensturm Stunden früher als erwartet die Erde erreichte. Die Auswirkungen der Nordlichter, die in Großbritannien prominent zu sehen waren, sollten bis zum Wochenende und möglicherweise bis in die nächste Woche anhalten.

Viele Menschen im Vereinigten Königreich teilten am frühen Samstag in den sozialen Medien Handyfotos der Lichter, wobei das Phänomen außergewöhnlich weit südlich bis nach London und Südengland beobachtet werden konnte.

„Es gab Sichtungen im ganzen Land“, sagte Chris Snell, Meteorologe beim britischen Wetterdienst Met Office. Er fügte hinzu, dass das Büro Fotos und Informationen von anderen europäischen Standorten erhalten habe, darunter Prag und Barcelona.

Die NOAA rief die Betreiber von Kraftwerken und Raumfahrzeugen im Orbit sowie die Federal Emergency Management Agency, Vorsichtsmaßnahmen zu treffen.

Laut NOAA könnte der Sturm Nordlichter bis nach Alabama und Nordkalifornien erzeugen. Aber die Vorhersage ist schwer. Experten betonten, dass es sich nicht um die dramatischen Farbvorhänge handeln würde, die normalerweise mit dem Nordlicht in Verbindung gebracht werden, sondern eher um Spritzer grünlicher Farbtöne.

Am besten kann man Polarlichter mit Telefonkameras beobachten, weil sie das Licht besser einfangen können als das bloße Auge.

Der bislang heftigste bekannte Sonnensturm löste im Jahr 1859 Polarlichter in Mittelamerika und möglicherweise sogar auf Hawaii aus. „Das rechnen wir nicht“, aber es könnte nahe kommen, sagte NOAA-Weltraumwetterforscher Shawn Dahl.

Sonnenstürme stellen eine Gefahr für die Hochspannungsleitungen der Stromnetze dar, nicht aber für die Stromleitungen, die normalerweise in Gebäuden zu finden sind, sagte Dahl gegenüber Reportern. Auch Satelliten könnten betroffen sein, was wiederum die Navigations- und Kommunikationsdienste hier auf der Erde stören könnte.

Ein extremer geomagnetischer Sturm im Jahr 2003 führte beispielsweise in Schweden zu einem Stromausfall und beschädigte Leistungstransformatoren in Südafrika.

Selbst wenn der Sturm vorüber ist, könnten die Signale zwischen GPS-Satelliten und Bodenempfängern gestört werden oder verloren gehen, so die NOAA. Aber es gibt so viele Navigationssatelliten, dass etwaige Ausfälle nicht lange anhalten dürften.

Die Sonne hat seit Mittwoch starke Sonneneruptionen erzeugt, die zu mindestens sieben Plasmaausbrüchen führten. Jeder Ausbruch, der als koronaler Massenauswurf bezeichnet wird, kann Milliarden Tonnen Plasma und Magnetfeld aus der äußeren Sonnenatmosphäre, der Korona, enthalten.

Sonneneruption (Heller Blitz unten rechts), aufgenommen vom Solar Dynamics Observatory der NASA. 9. Mai 2024
Sonneneruption (Heller Blitz unten rechts), aufgenommen vom Solar Dynamics Observatory der NASA. 9. Mai 2024AP/AP

Laut NOAA scheinen die Ausbrüche mit einem Sonnenfleckencluster in Zusammenhang zu stehen, der 16-mal so groß ist wie der Durchmesser der Erde. Die Aktivität der Sonne unterliegt einem elfjährigen Zyklus. Momentan nähert sie sich dem Höhepunkt ihres 11-Jahres-Zyklus. Deshalb sind besonders viele Polarlichter zu sehen, die zudem weit in Richtung Äquatorvordringen.

Nach Angaben der NASA stellt der Sturm keine ernsthafte Bedrohung für die sieben Astronauten an Bord der Internationalen Raumstation dar. Die größte Sorge ist die erhöhte Strahlungsbelastung, doch kann die Besatzung bei Bedarf in einen besser abgeschirmten Teil der Station umziehen.

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