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Copernicus: 2025 war weltweit und in Europa das drittwärmste Jahr, zwei Hauptfaktoren sorgten dafür

Am zweiten Juli 2025 erlebt Paris eine Hitzewelle. Menschen spazieren auf der Place du Trocadéro nahe dem Eiffelturm.
Am zweiten Juli 2025 herrscht in Paris eine Hitzewelle. Menschen spazieren auf dem Trocadéro-Platz nahe dem Eiffelturm. Copyright  AP Photo/Christophe Ena, File
Copyright AP Photo/Christophe Ena, File
Von Servet Yanatma
Zuerst veröffentlicht am
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Die vergangenen elf Jahre waren weltweit die wärmsten seit Beginn der Aufzeichnungen. Europa erwärmt sich deutlich schneller als der globale Durchschnitt.

Die Erderwärmung ist immer deutlicher spürbar. 2025 war weltweit und in Europa das drittwärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen. Die vergangenen drei Jahre – 2024, 2023 und 2025, in dieser Reihenfolge – waren global die wärmsten überhaupt.

Im Schnitt lagen die globalen Temperaturen in diesem Zeitraum mehr als 1,5 °C über dem vorindustriellen Niveau (1850–1900). Erstmals überschritt ein Dreijahreszeitraum die 1,5-°C-Schwelle, wie Copernicus-Daten zeigen.

Wie stark haben sich die Temperaturen in Europa erhöht? Welches Jahr war weltweit und in Europa am heißesten? Warum zählen die mittleren 2020er Jahre zu den wärmsten seit Beginn der Messungen?

Wie heiß war es 2025?

Nach Copernicus lag die weltweite Durchschnittstemperatur 2025 bei 14,97 °C. Das sind 0,59 °C über dem Mittel von 1991–2020 und 1,47 °C über dem Durchschnitt von 1850–1900.

2024 war mit einer durchschnittlichen Temperatur von 15,1 °C das heißeste Jahr, gefolgt von 14,98 °C im Jahr 2023.

Damit liegt 2025 nur 0,13 °C unter 2024, dem wärmsten Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen.

Zwei Haupttreiber für die Rekordhitze weltweit

Der Copernicus-Bericht hebt zwei Hauptgründe für die außergewöhnliche Wärme in den Jahren 2023 bis 2025 hervor. Erstens: Der weitere Anstieg der Treibhausgase in der Atmosphäre. Dazu tragen anhaltende Emissionen bei und eine geringere Aufnahme von Kohlendioxid durch natürliche Senken wie Wälder. Zweitens: außergewöhnlich hohe Meeresoberflächentemperaturen in vielen Regionen. Sie stehen mit einem El Niño-Ereignis und anderen Schwankungen im Ozean in Zusammenhang und werden durch den Klimawandel verstärkt.

Auch veränderte Aerosol-Mengen, niedrige Wolken und Unterschiede in der atmosphärischen Zirkulation spielen eine Rolle.

Europa verzeichnet ebenfalls sein drittwärmstes Jahr

Auch in Europa war 2025 das drittwärmste Jahr seit Beginn der Messungen. Die Durchschnittstemperatur lag bei 10,41 °C. Das sind 1,17 °C mehr als im Referenzzeitraum 1991–2020.

In Europa war 2024 das wärmste Jahr, mit durchschnittlich 10,69 °C. Auf Platz zwei liegt 2020 mit 10,43 °C. Der Unterschied zwischen 2020 und 2025 ist damit sehr gering.

„Dieser Bericht bestätigt: Europa und die Welt erleben die wärmste Dekade seit Beginn der Aufzeichnungen“, sagte Florian Pappenberger, Generaldirektor des Europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersagen (ECMWF).

Die vergangenen elf Jahre waren die wärmsten seit Beginn der Aufzeichnungen

Der Copernicus-Bericht zeigt: Die letzten elf Jahre waren global die elf wärmsten.

Der Bericht warnt: Bleibt das Tempo der Erwärmung unverändert, könnte die 1,5-°C-Grenze des Paris-Abkommens für die langfristige globale Erwärmung bis Ende dieses Jahrzehnts erreicht werden. Das wäre über ein Jahrzehnt früher als bei der Unterzeichnung erwartet.

„Das ist ein weiteres deutliches Indiz für den klaren Trend zu einem heißeren Klima. Die Welt nähert sich rasant der langfristigen Temperaturgrenze des Paris-Abkommens“, sagte Carlo Buontempo, Direktor des Copernicus Climate Change Service.

Rekordhitze und Extremwetter trafen Teile Europas

2025 war insgesamt das drittwärmste Jahr. Zugleich erreichten die jährlichen Durchschnittstemperaturen in mehreren Regionen Rekordwerte. Neben der Antarktis betraf das Teile des nordwestlichen und südwestlichen Pazifiks, den nordöstlichen Atlantik, weit östliche und nordwestliche Teile Europas sowie Zentralasien.

Die außergewöhnlichen Bedingungen fielen in ein Jahr mit schweren Extremwetterereignissen in vielen Regionen. Dazu zählten Rekord-Hitzewellen, heftige Stürme in Europa, Asien und Nordamerika sowie Waldbrände in Spanien, Kanada und Südkalifornien.

Im Juli 2025 lag die weltweite Durchschnittstemperatur bei 16,68 °C. Das sind 0,45 °C mehr als der Mittelwert von 1991–2020.

Europa erwärmt sich am schnellsten

Europa ist insgesamt kühler als der globale Durchschnitt. 2025 lag die weltweite Mitteltemperatur bei 14,97 °C, in Europa bei 10,41 °C.

Doch laut Daten der UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) ist Europa der sich am schnellsten erwärmende Kontinent. Datensatz und Bezugszeitraum unterscheiden sich von denen von Copernicus, das Ergebnis weist dennoch in die gleiche Richtung.

2023 lag die globale mittlere jährliche Temperaturveränderung an Land bei 1,8 °C über dem Bezugszeitraum 1951–1980. In Europa war der Anstieg höher und betrug 2,4 °C.

2023 lagen die zehn Länder mit den stärksten Temperaturanstiegen allesamt in Europa.

Auch die Copernicus-Daten zeigen: Europa erwärmt sich deutlich schneller als der Rest der Welt. 2025 lag der globale Durchschnitt 0,59 °C über dem Mittel von 1991–2020, in Europa waren es 1,17 °C.

„Vorbereitung und Prävention bleiben möglich – aber nur, wenn Handeln sich an belastbaren wissenschaftlichen Erkenntnissen orientiert“, sagte Pappenberger.

Die höheren Temperaturen schaden Europas Wirtschaft bereits. Forschende warnen vor wachsenden Einbußen bei BIP und Produktivität in den kommenden Jahren. Die Schäden unterscheiden sich je nach Region.

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