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Viele Brücken, viele Wurzeln: Novi Sad ist europäische Kulturhauptstadt

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Blik auf den Fluss und Novi Sad, Europäische Kulturhauptstadt 2022
Blik auf den Fluss und Novi Sad, Europäische Kulturhauptstadt 2022   -   Copyright  Euronews
Von Euronews

Hinter einer schweren Tür verbirgt sich die geheime Vergangenheit der serbischen Stadt Novi Sad: die Katakomben der Festung Petrovaradin. Das weitverzweigte unterirdische Kommunikations- und Verteidigungssystem erstreckt sich auf vier Ebenen. Die Festung gilt als Meilenstein der Architektur, die wichtigste unter habsburgischer Herrschaft auf dem Balkan.

Historiker Petar Djurdjev gibt eine kleine Einführung in das Bauwerk: "Unter der Festung befinden sich 16 Kilometer lange unterirdische Katakomben, die zu ihrer Verteidigung angelegt wurden. Davon kann ein Kilometer besichtigt werden, der vom Geschichtsmuseum Novi Sad betrieben wird.

Die Besucher bekommen einen Eindruck von der militärischen Taktik und der Technik der damaligen Zeit und wie die Katakomben konstruiert wurden."

Am rechten Donau-Ufer gelegen inmitten einer fruchtbaren Ebene, hat das Gebiet rund um Novi Sad schon in prähistorischer Zeit Menschen angelockt. Verschiedenste Völker haben hier gelebt, wurden angesiedelt oder wieder verjagt - und haben ein reiches kulturelles Erbe hinterlassen.

Mehr als 20 Minderheiten leben heute in der Stadt, in der es vier Amtssprachen gibt: Serbisch, Ungarisch, Slowakisch und Russisch. Es gibt Menschen mit deutschen, kroatischen und jüdischen Wurzeln. Ein wahrer Schmelztiegel - und in diesem Jahr Kulturhauptstadt Europas.

Das Besondere an Novi Sad sind die Brücken, erklärt Nemanja Milenkovic, Direktor der Europäischen Kulturhauptstadt-Stiftung. "Novi Sad ist die kleinste europäische Stadt an der Donau mit der größten Anzahl von Brücken. Insgesamt gibt es elf. Aber acht sind unter Wasser und nur drei über dem Fluss.

So bewegt war die Geschichte von Novi Sad. Die Brücken von Novi Sad senden eine sehr wichtige Botschaft darüber, wie wir miteinander verbunden sein sollten, nicht nur in der Stadt, sondern unter den Bürgern Europas."

Auch die griechische Gemeinde hat der Stadt ihren Stempel aufgedrückt. Die ersten Griechen kamen im 18. Jahrhundert, waren wohlhabend und eifrige Bauherren. Eine der Hauptstraßen von Novi Sad heißt denn auch "Straße der griechischen Schule".

"Novi Sad wird auch die Stadt der Flüchtlinge genannt, da sie im Laufe der Jahrhunderte Menschen unterschiedlichster Herkunft beherbergt hat", erklärt Euronews-Reporterin Symela Touchtidou.

"Darunter waren auch die Griechen, die im 18. Jahrhundert hierher kamen. Bis heute gibt es der Region Novi Sad mehr als 20 verschiedene Ethnien, ein Beispiel für friedliches und harmonisches Zusammenleben."

Das Kulturhauptstadt-Jahr steht unter dem Motto "Für neue Brücken". Bis Jahresende stehen 1500 Projekte unter Mitwirkung von 4000 Kunstschaffenden auf dem Programm.