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Starker Anstieg antisemitischer Vorfälle in 2023

Co-Autorin Bianca Loy bei der Vorstellung des RIAS-Berichts.
Co-Autorin Bianca Loy bei der Vorstellung des RIAS-Berichts. Copyright Kay Nietfeld/(c) Copyright 2024, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
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Von Euronews
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Im Vergleich zum Vorjahr wurden fast 83% mehr antisemitische Vorfälle dokumentiert. Der Bundesverband RIAS sieht dabei einen deutlichen Zusammenhang mit dem Terrorangriff der Hamas auf Israel vom 7. Oktober.

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Die Meldestelle Recherche- & Informationsstelle Antisemitismus (RIAS) hat 2023 insgesamt 4.782 antisemitische Vorfälle dokumentiert. Mehr als die Hälfte der Vorfälle ereigneten sich dabei nach dem Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober. Dazu schreibt die RIAS in ihrem Bericht: „Der Terrorangriff und die Massaker vom 7. Oktober waren eine Gelegenheitsstruktur für antisemitische Äußerungen und Handlungen in Deutschland.”

So habe es zwischen dem 7. Oktober und dem Jahresende rechnerisch 32 Vorfälle pro Tag gegeben. Im Jahr 2022 waren es noch sieben Vorfälle pro Tag.

Etwas mehr als die Hälfte der Vorfälle im vergangenen Jahr sind dabei der Kategorie israelbezogener Antisemitismus zuzuordnen. Israelbezogener Antisemitismus liegt laut RIAS vor, wenn sich „antisemitische Aussagen gegen den jüdischen Staat Israel richten, etwa wenn diesem die Legitimität abgesprochen wird.”

Deutlich mehr antisemitische Angriffe

Zudem hat auch die Zahl antisemitischer Angriffe deutlich zugenommen. Waren es 2022 noch 58, lag die Zahl im vergangenen Jahr bei 121 antisemitischen Angriffen. Rechnerisch sind das 10 Angriffe pro Monat. Dazu kamen sieben Fälle extremer Gewalt. Darunter versteht die RIAS physische Angriffe oder Anschläge, die den Verlust von Menschenleben zur Folge haben können, sowie schwere Körperverletzungen. Auch versuchte Taten werden unter dieser Kategorie berücksichtigt. Fünf der sieben Vorfälle wurden dabei nach dem 7. Oktober dokumentiert.

Außerdem wurden im vergangenen Jahr mehr antisemitische Vorfälle im öffentlichen Raum und in Bildungseinrichtungen beobachtet.

Die Autoren und Autorinnen beenden den Jahresbericht mit dem Fazit: „Die Auswirkungen des 7. Oktober sind sowohl auf institutioneller Ebene als auch im Alltag von Jüdinnen_Juden deutlich spürbar.”

Über die RIAS

Der Bundesverband der Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus wurde 2018 in Berlin gegründet. Er verfolgt laut Angabe auf der eigenen Website das Ziel, mit Hilfe des Meldeportals www.report-antisemitism.de bundesweit eine einheitliche zivilgesellschaftliche Erfassung und Dokumentation antisemitischer Vorfälle zu gewährleisten.

Der Jahresbericht basiert laut RIAS auf Meldungen antisemitischer Vorfälle durch Betroffene oder Zeugen sowie auf Informationen, die andere Organisationen an RIAS übermittelten. Die Meldungen werden dabei entweder vom Bundesverband RIAS oder von einer der regionalen RIAS-Meldestellen erfasst und verarbeitet.

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