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3 Impfstoffdosen reichen nicht, um Omikron zu stoppen, warnt BioNTech-Gründer Ugur Sahin

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Von Pascale Davies
Mitbegründer und CEO des deutschen Biotechnologieunternehmens BioNTech Ugur Sahin
Mitbegründer und CEO des deutschen Biotechnologieunternehmens BioNTech Ugur Sahin   -   Copyright  Tobias SCHWARZ /AFP

COVID-19-Impfstoffe alleine werden den Omikron-Ausbruch nicht aufhalten, warnte der Geschäftsführer von BioNTech, dem deutschen Unternehmen, das hinter dem mit Pfizer produzierten mRNA-Impfstoff steht.

"Wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass selbst Dreifach-Geimpfte die Krankheit übertragen können... Es ist offensichtlich, dass wir von der 95-prozentigen Wirksamkeit, die wir gegen das ursprüngliche Virus erreicht haben, weit entfernt sind", sagte Ugur Sahin in einem am Montag veröffentlichten Interview mit der französischen Tageszeitung Le Monde.

Allerdings, so Sahin, lieferten die ersten Daten aus Großbritannien und Südafrika uns "beruhigende Informationen".

Die neuesten Forschungsergebnisse aus Südafrika, wo Forscher Omikron zuerst entdeckten, deuten darauf hin, dass zwei Dosen des Impfstoffs von Pfizer/BioNTech eine 70-prozentige Wirksamkeit bei der Verringerung von Krankenhausaufenthalten bieten.

"Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Schlagkraft von Omikron mit der Zeit nachlässt, aber wie schnell, das muss noch gemessen werden. Ich stütze meine Vorhersagen nicht auf vorläufige Labordaten, sondern auf Daten aus dem wirklichen Leben, das ist angemessener", sagte der deutsche Immunologe.

COVID-19-Tests seien wichtig, insbesondere für ältere Menschen und im Winter, sowie andere Schutzmaßnahmen wie das Tragen von Masken. Er fügte hinzu: "Andernfalls werden wir nicht in der Lage sein, die schnelle Ausbreitung dieser neuen Variante zu kontrollieren."

Marius Becker/dpa via AP
Für Kinder unter 12 Jahren wird ein Drittel der Erwachsenendosis empfohlen.Marius Becker/dpa via AP

Das deutsche Unternehmen entwickelt bereits einen an die neue Variante angepassten Coronavirus-Impfstoff, der das Spike-Protein von Omikron und seine 32 Mutationen als Antigen verwendet. Dieser Impfstoff soll bis März fertig sein.

Ein neuer Omikron-Impfstoff

"Wir sind weiterhin auf Kurs mit unserem 100-Tage-Ziel, was bedeutet, dass wir in der Lage sein sollten, unsere ersten Omikron-geeigneten Impfstoffe im März zu liefern, vorausgesetzt die behördliche Genehmigung liegt vor", sagte er.

Einige Forscher haben sich besorgt über die Wirkung der neuen Impfstoffe geäußert. Anstatt neue Immunabwehrkräfte zu stärken, könnten sie Gefahr laufen, unzureichende Immunreaktionen zu verstärken.

Dazu befragt, sagte Sahin: "Dieses Prinzip ist eine unbewiesene Hypothese, ich persönlich glaube nicht, dass dies ein echtes Problem ist. Das Immunsystem verfügt über eine hohe Anpassungsfähigkeit und Plastizität und sollte in der Lage sein, beides zu aktivieren, d. h. bestehende Immunreaktionen zu stärken und gleichzeitig neue Antikörper zu bilden."

"Aber das müssen wir natürlich prüfen."

Die Verbreitung von Omikron

Die Weltgesundheitsorganisation erklärte am Samstag, Omikron sei in 89 Ländern nachgewiesen worden und verbreite sich selbst an Orten mit hoher Immunität der Bevölkerung rasch.

Die UN-Gesundheitsbehörde erklärte, Omikron habe einen "beträchtlichen Wachstumsvorteil" gegenüber der Delta-Variante. Bald werde es Delta als dominierende Variante in diesen Ländern ablösen.

Es ist noch unklar, wie wirksam die Impfstoffe gegen die neue Variante sind. Es liegen bisher nur eine handvoll Studien vor.

Moderna-Auffrischungsimpfung "scheint zu schützen" gegen Omikron

Das Unternehmen Moderna, das ebenfalls einen mRNA-Impfstoff hergestellt hat, teilte am Montag mit, dass eine Auffrischungsdosis seines Impfstoffs gegen Omikron zu schützen scheint.

Nach Angaben von Moderna haben die bisherigen Forschungsergebnisse gezeigt, dass eine 50-Mikrogramm-Dosis des Impfstoffs - die derzeitige Menge für eine Auffrischungsimpfung - den Antikörperspiegel im Vergleich zu zwei Dosen um das 37-fache erhöht.

Eine volle Dosis von 100 Mikrogramm steigerte die Antikörperspiegel um das 83-fache, hieß es.

Der CEO von Moderna, Stéphane Bancel, sagte in einer Presseerklärung am Montag, dass die bisherigen Daten "beruhigend" seien.

Die Daten stammen aus Labortests von 20 Personen, die den Auffrischungsimpfstoff erhalten haben.