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100 Jahre Frauenwahlrecht: Diese Karte zeigt, ab wann Frauen in Europa wählen durften

100 Jahre Frauenwahlrecht: Diese Karte zeigt, ab wann Frauen in Europa wählen durften
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Am 19. Januar vor genau 100 Jahren konnten Frauen in Deutschland zum ersten Mal an einer Wahl teilnehmen – als Wählerinnen und als Gewählte. Die historische Entscheidung wurde am 12. November 1918 getroffen, dem Tag des Waffenstillstands von Compiègne, der offiziell den Ersten Weltkrieg beendete und das Ende des Deutschen Kaiserreichs besiegelte.

In einer Ansprache "an das deutsche Volk" kündigte die sozialdemokratische Übergangsregierung an, die nächsten Wahlen "auf Grund des proportionalen Wahlsystems für alle mindestens 20 Jahre alten männlichen und weiblichen Personen zu vollziehen".

Deutschland war damit eines der ersten Länder in Europa, in dem Frauen aktiv an der Demokratie teilhaben durften. Finnland hatte 1906 den Anfang gemacht. Das Schlusslicht war Liechtenstein im Jahr 1984.

Auf dieser Karte können Sie schauen, wann die Länder Europas das Frauenwahlrecht einführten.

Doch nicht überall konnten Frauen gleich so gleichberechtigt wählen wie in Deutschland. Im Vereinigten Königreich zum Beispiel durften 1918 zunächst nur Frauen über 30 Jahren wählen. Obendrein nur solche, die selbst Hausbesitzerinnen waren oder einen Hausbesitzer geheiratet hatten. Gleichberechtigt wählen konnten sie erst seit dem Jahr 1928.

300 Frauen kandidierten für ihre erste demokratische Wahl – mehrheitlich aus der SPD – und 37 schafften es schließlich in die Nationalversammlung, die aus mehr als 400 Abgeordneten bestand. Das erste deutsche Parlament mit weiblichen Abgeordneten hatte also einen Frauenanteil von 8,7 Prozent. Und auch heute noch gibt es in dieser Hinsicht kein Gleichgewicht. Erst seit der Jahrtausendwende liegt der Frauenanteil im Bundestag konstant bei mehr als 30 Prozent. Aktuell liegt er bei 30,7 Prozent.