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Stichwahl in der Ukraine: Selenskyjs bemerkenswerte Herausforderung zur Debatte im Olympiastadion

Stichwahl in der Ukraine: Selenskyjs bemerkenswerte Herausforderung zur Debatte im Olympiastadion
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In der Ukraine hat der Sieger des ersten Wahlgangs Wolodymyr Selenskyj wenige Wochen vor der Stichwahl um das Präsidentenamt den amtierenden Präsidenten Petro Poroschenko zu einem Rededuell im Olympiastadion herausgefordert. Und zwar mit einem ungewöhnlich aufwändig produzierten Videoclip im Olympiastadion.

Poroschenko reagierte prompt auf Selenskyjs unorthodoxe Einladung: Er betonte, dass solch eine Debatte eine ernsthafte Diskussion sei, wenn Selenskyj aber das Stadion bevorzuge, dann solle es eben so sein.

Den Schlagabtausch hat Euronews zu einem Video zusammengschnitten. Den Clip können Sie im Videoplayer oben anschauen.

Das Video zeigt exemplarisch, wie Selenskyj seinen Wahlkampf geführt hat: in Herausforderermanier.

Dem politischen Newcomer werden in einem klassischen TV-Duell wenig Chancen eingeräumt. Simon Ostrovsky vom Pulitzer Centre Crisis Reporting hat den Wahlkampf intensiv beobachtet und sagt über Selenskyj: "Er war bisher sehr zurückhaltend was seine politischen Ansichten betrifft. Er hat es vorgezogen, dass die Wähler ihre Wünsche auf ihn projizieren, anstatt ihnen zu sagen, was er denkt."

Er habe in erster Linie einen breit angelegten Anti-Korruptions-Wahlkampf geführt – eine Anti-Amtsinhaber-Poroschenko-Kampagne. „Er hat uns gesagt, wogegen er ist, aber er hat den ukrainischen Wählern noch nicht gesagt, wofür er steht", fügt Ostrovsky hinzu.

Der 41-Jährige Komiker Selenskyj hatte den ersten Wahlgang mit großem Abstand gewonnen. Er erhielt 30,24 Prozent der Stimmen, der amtierende Poroschenko nur 15,95 Prozent.

Poroschenko hatte Selenskyj als Marionette des Oligarchen Igor Kolomojskyj bezeichnet, was dieser wiederum als Diffamierung abtat.