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Antarktis-Pinguine: "Trinkt Euren Champagner zuhause!"

Antarktis-Pinguine: "Trinkt Euren Champagner zuhause!"
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AFP
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Die Antarktis ist eine der Regionen der Erde, wo die Erderwärmung am stärksten zu spüren ist. Im März 2015 herrschten zum Beispiel mit 17,5 Grad Celsius frühlingshafte Temperaturen. Die Antarktis ist also besonders verwundbar. Vor diesem Hintergrund muss man sich die Frage stellen: Muss der Antarktis-Tourismus wirklich sein?

Eine Reise in die Antarktis für eine Einzelperson steht für fünf Tonnen CO2-Ausstoß.

Professor Michael Hall von der Canterbury-Universität in Neuseeland sagt: "Es wäre besser, die Antarktis den Pinguinen zu überlassen. Und den Wissenschaftlern. Aber das geht nicht, denn dem Menschen genügt es nie, etwas aus der Ferne zu würdigen."

Die Pinguine erschraken auch nicht schlecht, als die Touristen ankamen.

Aber man war schon in New York und auf Hawai, auch Thailand und die Malediven können nicht mehr locken. Warum also nicht mal in die Antarktis?

Maximilian aus Deutschland meint: "Das ist so wie früher einmal ein Entdecker. Jetzt haben wir es natürlich wesentlich leichter, mit diesem schönen Schiff hierher zu kommen. Es ist ein Traum, so eine Reise zu machen."

Helene, eine französische Touristin, ist entzückt: "Unglaublich! So ein Glück, hier zu sein, man fühlt sich ganz winzig."

Wer den entsprechenden Geldbeutel hat, kann jetzt im Schnee zu den Pinguinen der Antarktis hinstapfen, und sich danach auf dem Schiff im Jaccuzzi erholen. Mit Champagner - nur, wenn Sie die Champagneroption gewählt haben.

Biologin Allison Cusick darf auch bei der Antarktis-Kreuzfahrt dabei sein und sagt: "Dass wir jetzt Touristen hier haben, ist eine gute Sache. Sie können sehen, was wir hier erforschen. In einem Gebiet der Welt, über das es nicht so viel Informationen gibt."

Und auch Verena Meraldi, die wissenschaftliche Reiseleiterin, findet den Antarktis-Tourismus gut, denn: "Die Touristen werden sich der Probleme des Klimawandels bewusst und der Veränderung, die stattfindet."

Die Touristen wissen meist schon vorher Bescheid. Daher sagt auch Françoise L.: "Ich als Touristin fühle mich etwas schuldig. Ich bin hierher geflogen und dann fahre ich jetzt auf einem Schiff. Auch wenn es hier keine Plastikflaschen gibt. Wir hinterlassen einen Fußabdruck." Das wäre ja noch schöner: Champagner aus Plastikflaschen!

Auch Cathy aus Südafrika hat sich Gedanken gemacht, bevor sie die Reise buchte, und bringt es auf den Punkt: "Wir sind hier, weil wir das sehen wollten."

Darauf einen Schluck Champagner.

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