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Als Kind im ehemaligen KZ Dachau

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Gedenkstätte Dachau
Gedenkstätte Dachau   -   Copyright  Matthias Schrader/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved
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Am 29. April 1945 wurde das Konzentrationslager Dachau von Soldaten der 7. US-Armee befreit. Ein Ort des Grauens, mehr als 41.000 Menschen wurden hier getötet, auch Widerstandskämpfer Georg Elser, dessen Attentat auf Adolf Hitler gescheitert war. Noch am 9. April 1945 wurde er in Dachau erschossen.

Weniger bekannt ist, dass die Baracken nach Kriegsende als Wohnraum für geflüchtete Menschen dienten. Der heute 73-jährige Jean Böhme wurde als Kind Anfang der 50er Jahre mit seiner Familie in Dachau untergebracht.

"Sie müssen sich vorstellen, alles war da, eine Bäckerei war da, eine Schreinerei war da, eine Lederfabrik war da. Man hat ja auch versucht, die Leute zu beschäftigen. Sogar ein Bordell war da drin. Eine intakte Gemeinschaft war da mit etwas mehr als 2000 Einwohnern."

Böhmes Mutter, die aus Frankreich stammte, war entsetzt: Ein KZ, da könne man doch nicht drin leben! Sie flehte den Vater, einen ehemaligen Wehrmachtsoldaten an, fortzuziehen. Das Trauma, sagt Böhme, sollte sie ein Leben lang verfolgen. Er selbst wurde nachhaltig von der Erfahrung geprägt und findet, dass man Verständnis für Menschen in Flüchtlingslagern haben sollte.

Seine Familie lebte drei Jahre im Konzentrationslager und zog dann in die Stadt. Bis 1965 war Dachau bewohnt. Heute ist das ehemalige Lager eine Gedenkstätte