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Explosion von Covid-19? 9.000 Neuinfektionen in Spanien, 6.500 in Frankreich

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Schulanfang in Spanien - wie hier in Pamplona
Schulanfang in Spanien - wie hier in Pamplona   -   Copyright  Alvaro Barrientos/Copyright 2019 The Associated Press. All rights reserved
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In Spanien und in Frankreich steigt die Zahl der bestätigten Neuinfektionen mit dem Coronavirus weiter dramatisch an. Der französische Gesundheitsminister hatte schon in der vergangenen Woche einen exponentiellen Anstieg der bestätigten Fälle eingestanden. An diesem Dienstag wurden in Frankreich mehr als 6.500 bestätigte Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden gemeldet, Die Gesundheitsbehörden halten die Lage fur alarmierend. 28 Départements gelten als sogenannte "rote Zonen", in denen das Virus besonders aktiv ist.

Am Sonntag waren es etwa 7.000 Neuansteckungen, Freitag und Samstag um die 8.500. Zwischen Montag und Dienstag gab es auch 38 weitere Todesfälle durch Covid-19 oder damit in Zusammenhang stehend.

In den Krankenhäusern von Marseille ist die Lage wegen der vielen Covid-19-PatientInnen laut Medien bereits "angespannt". 65 der 70 Intensivbetten des Département Bouches-du-Rhônes sind derzeit belegt.

Das Gesundheitspersonal in Paris verzeichnet wieder mehr Erkrankte und versucht sich auf einen Anstieg der Coronavirus-PatientInnen vorzubereiten.

Derzeit werden 4.907 Covid-19-PatientInnen in französichen Krankenhäusern behandelt - davon 537 auf Intensivstationen.

Einige der neuen Hotspots in Frankreich werden auf Touristen zurückgeführt. Neben der Haupstadtregion und der Mittelmeerküste sind Lyon, Bodeaux und jetzt auch Dijon und die Normandie besonders betroffen.

Rasant steigende Zahlen in Spaniens zweiter Welle

Noch schlimmer als in Frankreich ist die Lage in Spanien. Die Inzidenz pro 100.000 Einwohner in den letzten 14 Tagen liegt bei 230 Fällen - das RKI in Deutschland spricht ab der Rate von 50 von einem Risikogebiet. Nach Angaben des Europäischen Zentrums für Seuchenkontrolle und -prävention (ECDC) ist die spanische Rate in Westeuropa mit Abstand die höchste und derzeit doppelt so hoch praktisch wie in Frankreich.

Spanien mit neuem europäischen Covid-Rekord

In Spanien wurde am Wochenende der symbolische Wert von 500.000 bestätigten Coronavirus-Infektionen seit Beginn der Pandemie überschritten. In den letzten 24 Stunden sind laut spanischem Gesundheitsministerium fast 9.000 Fälle dazugekommen. Ein Drittel davon in der Hauptstadt Madrid.

Madrid als Epizentrum

Beunruhigend bleibt die Lage in der Hauptstadt Madrid. Die Regionalregierung der Haupstadt hat in der vergangenen Woche Treffen von mehr als 10 Personen untersagt. Gleichzeitig sind viele der seit März geschlossenen Schulen jetzt wieder geöffnet - unter strengen Hygieneauflagen. Schülerinnen und Schüler ab dem Alter von 6 Jahren müssen eine Maske tragen.

Auf die Lockerungen im Sommer folgen neue Einschränkungen

Im August mussten Nachtclubs und Cocktailbars schließen, Restaurants haben ihre Öffnungszeit verkürzt. Den Anstieg der Covid-Fälle haben die Maßnahmen nicht verhindern können. Die Tourismusindustrie leidet jetzt schon unter einem Minus von 9,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Helfen soll eventuell bald ein Impfstoff. Ministerpräsident Sanchez zeigt sich vorsichtig optimistisch, dass bis Ende des Jahres einer auf den Markt kommt - wenn denn der Stoff die dritte klinische Testphase erfolgreich übersteht.

Wir haben einen Impfstoff beim Unternehmen Astrazeneca vorbestellt. Sie sind mit ihren Studien fortgeschritten. Im Dezember hoffen wir, mit der Impfung eines Teils unserer Bevölkerung beginnen zu können.
Pedro Sanchez
Spanischer Ministerpräsident

Bis es so weit ist, müssen die Spanier aber mit weiteren Einschränkungen leben: Die Zahl der Gäste bei Hochzeiten, Beerdigungen und Gottesdiensten soll stärker beschränkt werden. Das ist der Preis, den sie hier nach Lockerungen im Sommer zahlen müssen - um einen zweiten harten Lockdown wie im Frühjahr zu verhindern. Eine Lockerung aber planen die Behörden ab Montag: Die Quarantänepflicht für Covid-Infizierte soll auf 10 Tage reduziert werden.