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Australien: Können diese "Hotels" die Seepferdchen retten?

Seepferdchen in neuem Zuhause, Sydney, Australien
Seepferdchen in neuem Zuhause, Sydney, Australien   -   Copyright  AP screenshot
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Vor der Küste von Sydney gedeiht diese Gruppe von Whites Seepferdchen (Hippocampus whitei) nun in ihrem neuen Zuhause, einem künstlichen "Hotel" aus einem mit Korallen und Algen bewachsenen Metall-Gestänge.

Whites Seepferdchen, auch bekannt als das "Sydney-Seepferdchen" ist an der Ostküste Australiens beheimatet. Sein natürlicher Lebensraum erstreckt sich über gut 1.500 Kilometer von Hervey Bay in der Fraser Coast Region des Bundesstaates Queensland bis zum Saint Georges Basin, einer Stadt an der Südküste von New South Wales. Besonders rund um den Hafen von Sydney siedelten einst große Populationen der Tiere, die inzwischen auf der Roten Liste gefährdeter Arten als "vom Aussterben bedroht" geführt werden.

Geschrumpfter Lebensraum bedroht die Seepferdchen-Art

Der Lebensraum der vom Aussterben bedrohten Seepferdchen ist durch den Schiffsverkehr und andere menschliche Aktivitäten immer kleiner geworden, in manchen Regionen ist der Bestand um fast 90 Prozent geschrumpft.

Whites Seepferdchen kommt in einigen der am dichtesten besiedelten Flussmündungen und Küstenbuchten Australiens vor. Genau dort, wo auch die Mehrheit der australischen Bevölkerung in den Großstädten Sydney, Newcastle, Gold Coast und Brisbane lebt.

Mehrere Institutionen hatten Mitte Mai ein Projekt zur Rettung der einheimischen Seepferdchen gestartet, das nun erste Erfolge erzielt. Das Artenschutzprojekt zielt darauf ab, die Vermehrung der Seepferdchenart zu fördern und seinen natürlichen Lebensraum im Hafen von Sydney langsam wieder aufzubauen.

Seepferdchen-Hotels zur Rettung der vom Aussterben bedrohten Tierart

"Die Bestände sind in den letzten zehn Jahren aufgrund des Verlustes an Lebensraum zurückgegangen. Durch die Freilassung dieser Seepferdchenjungtiere sollen die Populationen wieder gestärkt werden, damit sie sich weiter vermehren und paaren können", sagte der Meeresbiologe David Harasti gegenüber der Nachrichtenagentur AP.

In Zusammenarbeit mit dem SEA LIFE Sydney Aquarium, dem New South Wales "Department of Primary Industries Fisheries" und der technischen Universität Sydney (UTS) wurde im März neun "Seepferdchen-Hotels" am Clifton Gardens Beach im Hafen von Sydney auf dem Meeresboden verankert, eine Art geschützter Raum für die Seepferdchen. Nach zwei Monaten unter Wasser setzen die Stahl-Konstruktionen Korallen, Schwämme und Algen an.

"Während das Stahlgitter sich sozusagen langsam abbaut, nehmen Korallen, Schwämme und verkrustete Meeresorganismen diese Struktur in Besitz - sie wächst zu einer einem wirklich hervorragendem Lebensraum für Seepferdchen und ihre Nahrung heran", erklärt Seepferdchen-Experte Robbie McCracken.

95 Seepferdchen, die in Gefangenschaft gezüchtet wurden, konnten im Mai ihr neues Zuhause beziehen. Monate später überprüften die Experten des SEA LIFE Sydney Aquarium den Bestand. Zum großen Teil haben die Seepferdchenbabys nach ihrer Freilassung erfolgreich überlebt.

Männchen für Brutpflege und Aufzucht zuständig

Seepferdchen sind eine von nur drei Tierarten, bei denen das Männchen die Babys austrägt und gebärt. Die Eier bekommen sie von den Weibchen und tragen sie einer Art Beutel auf ihrem Bauch mit sich herum. Dort werden sie auch von den männlichen Spermien befruchtet. Danach werden sie 24 Tage lang "bebrütet". Seepferdchen leben zudem monogam und binden sich lebenslänglich aneinander. Ein Männchen kann zwischen 150 bis 200 Junge mit einem Mal zur Welt bringen. Einziges Problem: Die jungen Seepferdchen sind gerade mal einen Zentimeter groß- für viele Fische sind sie daher ein gefundenes Fressen.