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"Lockdown-Fanatiker" vs "Corona-Leugner"? Es tobt der Streit um Streeck und Co im Internet

Frau in Frankfurt im Lockdown
Frau in Frankfurt im Lockdown   -   Copyright  Michael Probst/Copyright 2021 The Associated Press. All rights reserved
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Im Internet ist eine heftige Diskussion über ein Strategie-Papier des Expertenrates der NRW-Landesregierung entbrannt. Darin ist die Rede von einem Konflikt zwischen "Lockdown-Fanatikern" und "Corona-Leugnern". In dem Text mit dem Titel "Eckpfeiler einer Langfriststrategie für die Pandemie und darüber hinaus" steht: "Diese Politik läuft Gefahr, die Bevölkerung als Ganzes nicht mehr zu erreichen und zu überzeugen. Immer deutlicher zeigen sich Extreme – Corona-Leugner am einen Ende, Lockdown-Fanatiker am anderen Ende. Deshalb muss es der Politik auf allen Ebenen gelingen, die gewählte Strategie besser einzuordnen, zu begründen, auf realistische Ziele hin zu orientieren."

Zum NRW-Expertenrat gehört auch der Bonner Virologe Hendrik Streeck, der in den vergangenen Tagen gefordert hatte, nicht stur am Ziel der 50er-Inzidenz festzuhalten. Weder Streeck noch der ehemalige SARS-Forschungskoordinator Klaus Stöhr waren vor den Beratungen zum verschärften Lockdown eingeladen. Der SPIEGEL kritisiert in einem Kommentar, die Politkerinnen und Politiker ließen sich nur von Expertinnen und Experten beraten, die den Kurs der Regierung stützten.

Der Hamburger Wissenschaftler Jonas Schmidt-Chanasit vom Bernhard Nocht Institut für Tropenmedizin teilt die Kritik.

Für einen europaweiten strikten Lockdown plädieren schon seit Wochen die Physikerin Viola Priesemann, die Virologin Melanie Brinkmann und der SDP-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach. Hendrik Streeck hatte sich diesem Appell angeschlossen, hält aber einen deutschen Alleingang oder - wie er schreibt - eine "deutsche Insellösung" für nicht erfolgversprechend.

Auf Twitter hagelt es dagegen Kritik an Hendrik Streeck, denn viele unterstützen den Lockdown und den Kurs von Angela Merkel.

Könnten Schulen geöffnet bleiben?

In der kontroversen Diskussion geht es auch darum, ob angesichts der Virus-Varianten Schulen und Kitas - wie in derzeit in Frankreich oder in der Schweiz - geöffnet bleiben könnten. Berater der britischen Regierung hatten vermutet, dass sich das mutierte Virus unter Kindern rascher ausbreiten könnte. Auch in der Schweiz gab es Fälle der Varianten an Schulen u.a. in Wengen und Bremgarten.

In Belgien sind derzeit mehr als 5.000 Menschen in Quarantäne. Medienberichten zufolge hatte sich eine Frau beim Skifahren in der Schweiz mit der britischen Variante infiziert, dann ihre Tochter angesteckt und diese hatte das Virus offenbar in der Schule weiter verbreitet.