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Schweden hat höchste 7-Tage-Inzidenz Europas

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Von Euronews
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Schlange stehen für die Corona-Impfung in Schwedens Hauptstadt Stockholm.
Schlange stehen für die Corona-Impfung in Schwedens Hauptstadt Stockholm.   -   Copyright  Fredrik Sandberg/FREDRIK SANDBERG
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Offene Bars und Restaurants statt Ausgangssperren: Schweden ist in der Pandemie immer einen Sonderweg gegangen. Nun ist das Land trauriger Corona-Spitzenreiter der EU.

7-Tage-Inzidenz von 420

Die dritte Corona-Welle hat Schweden mit voller Wucht erfasst. Die 7-Tage-Inzidenz liegt momentan bei über 420. Damit gab es in dem skandinavischen Land vergangene Woche pro 100.000 Einwohner mehr Neuinfektionen als in jedem anderen EU-Land. Zum Vergleich: Im Deutschland liegt die 7-Tage-Inzidenz bei gut 150, also dreimal so niedrig.

Auch die Zahl der Patienten, die mit Covid-19 auf schwedischen Intensivstationen liegen, steigt weiter. Laut offiziellen Zahlen waren es am Montag 393 Intensivpatienten, so viele hatte es seit dem Höhepunkt der zweiten Welle im Januar nicht mehr gegeben.

Die von den Sozialdemokraten geführte Regierung von Ministerpräsident Stefan Löfven hat eine geplante Lockerung der Corona-Maßnahmen Ende März auf mindestens 3. Mai verschoben. Härtere Maßnahmen hält sie aber noch nicht für notwendig.

Sonderweg gescheitert?

Schweden war lange für seinen Sonderweg bekannt. Anders als die meisten europäischen Staaten fuhr das Land nach Ausbruch der Pandemie einen lockeren Corona-Kurs und ging nicht in den Lockdown.

Statt auf Kontaktbeschränkungen, Maskenpflicht, geschlossene Bars und Restaurants setzte die Regierung vor allem auf Appelle an die Vernunft und freiwillige Maßnahmen.

Inzwischen hat Schweden seinen Sonderweg teilweise verlassen. So dürfen sich in der Öffentlichkeit nur maximal acht Personen treffen. In öffentlichen Verkehrsmitteln wird das Tragen von Masken empfohlen.

Restaurants und Cafés müssen um 20.30 Uhr schließen. Zudem darf nach 20 Uhr kein Alkohol mehr verkauft werden.