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Pakistan fordert Unterstützung - und internationale Gespräche mit den Taliban

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Von Anelise Borges
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Pakistan fordert Unterstützung - und internationale Gespräche mit den Taliban
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Erst kamen die Taliban nach Mazar-i-Sharif, Mohammed Ameen verliess seine Heimatstadt und floh nach Kabul. Kurze Zeit später waren sie auch dort, jetzt ist Mohammed in Pakistan.

Als die Taliban in Kabul einmarschierten, hatten die Menschen Angst und flüchteten zum Flughafen. Es war chaotisch, sie waren in Panik, sie dachten, alles Mögliche könnte ihnen passieren. Sie versuchten, in die Flugzeuge zu kommen, sie versuchten, auf die Tragflächen zu klettern. Viele stürzten herunter. Sie hatten große Angst.
Mohammed Ameen
Geflüchteter Afghane in Pakistan

Mohammed hatte keine andere Wahl, er floh auf dem Landweg nach Pakistan. Er glaubt, viele andere werden das auch tun, sobald die USA die Evakuierungsflüge vom internationalen Flughafen Kabul einstellen. Die steigende Zahl der verzweifelt flüchtender Afghanen dèrfte die Spannungen in der Region - und schließlich in der ganzen Welt – verschärfen.

Abgesehen von afghanischen Bevölkerung selbst ist kein Land so betroffen wie seines, sagt der nationale Sicherheitsberater Pakistans. Zumindest im Moment gibt es noch keine massive Flüchtlingskrise. Pakistan aber mahnt, die internationale Gemeinschaft müsse mehr für Pakistan tun, das die Hauptlast des nun über 40 Jahre andauernden Konflikts zu tragen hat. Für Afghanistan gäbe es nur einen Weg zu einem dauerhaften Frieden – Verhandlungen mit den Taliban.

Pakistan hat seit den Anschlägen in New York 2001 mehr als 80.000 Opfer zu beklagen, und das, obwohl der Krieg im Nachbarland ist.. Pakistans Wirtschaft hat über 150 Milliarden Dollar verloren, und wir haben über 4 Millionen Flüchtlinge im Land! Und jetzt erwartet der Westen noch mal fünf Millionen Flüchtlinge – wir können nicht mehr. Die Welt muss mit den Taliban reden. Soweit ich weiß, zeigen ihre ersten Stellungnahmen klar und deutlich, dass sie nicht in die 90er Jahre zurückfallen wollen.
Moeed W. Yusuf
Nationaler Sicherheitsberater Pakistans

Über die Perspektive Pakistans schreibt die DW: "Zwischen dem pakistanischen Establishment und den Taliban bestand stets ein reger Kontakt, religiöse Parteien und Elemente des Establishments sympathisieren offen mit den Taliban. Angesichts der Machtergreifung der Taliban befürchten viele eine fortschreitende Radikalisierung der eigenen Gesellschaft."

Im pakistanischen Islamabad, im Treffpnkt der Geflüchteten Afghanen sagen viele, man habe die damalige Herrschaft der Taliban nicht vergessen, man könne ihnen nicht trauen.

Die Taliban behaupten, sie wären nicht feindselig, aber das ist eine glatte Lüge. Das sagen sie bei Tageslicht, und Nachts holen sie die Menschen aus ihren Häusern, und dann bringen sie sie um. Mein Vater hat mit der Regierung zusammengearbeitet, meine ganze Familie wurde gefangen genommen und getötet.
Syed Zikria
Nach Pakistan geflüchteter Afghane

Syed ist allein, hat Angst und keine Hoffnung auf eine Rückkehr nach Afghanistan. Seine Eltern und fünf Geschwister hat er verloren, und damit, sagt er, habe er auch sein Land für immer verloren.