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Afghanistan: 13 Millionen Menschen hungern

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Von Euronews mit dpa
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Auf den Straßen Kabuls
Auf den Straßen Kabuls   -   Copyright  Bernat Armangue/Copyright 2021 The Associated Press. All rights reserved
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Mit den ersten Passagierflügen aus Kabul seit Ende der militärischen Evakuierungsmission haben inzwischen mehrere Hundert Menschen Kabul verlassen - darunter auch Dutzende Deutsche. Sie wurden mit Qatar Airways nach Doha ausgeflogen.

Emirate schicken Hilfsgüter

Derweil verschärft sich die humanitäre Krise im Land, die Vereinigten Arabischen Emirate schicken Hilfe. Ibrahim Moarafi, Manager und Regionaldirektor des am Kabuler Flughafen tätigen Unternehmens GAAC, sagt: "Ich kann bestätigen, dass die Regierung der Vereinigten Arabischen Emirate seit dem 3. September eine Luftbrücke für Hilfsflieferungen nach Kabul eingerichtet hat."

Seitdem seien bereits elf Flüge abgewickelt, mit denen 255 Tonnen an Notfallhilfe und Lebensmitteln nach Afghanistan transportiert worden sind.

Die wohlhabenden Emirate, ein enger Verbündeter der USA, sind neben Katar einer von mehreren Golfstaaten, die in den letzten Wochen zur wichtigen Zwischenstationen für Evakuierungsflüge aus Afghanistan geworden sind.

13 Millionen Menschen nicht genug zu essen

Vor der ersten internationalen Geberkonferenz für Afghanistan seit der Rückkehr der Taliban hat die Welthungerhilfe eine Fortsetzung der humanitären Hilfe gefordert. "Die humanitäre Hilfe hat eindeutig Priorität", betonte die Hilfsorganisation am Sonntag in Bonn, einen Tag vor dem Treffen unter dem Dach der Vereinten Nationen in Genf.

Die Rahmenbedingungen müssten mit der neuen Taliban-Regierung verhandelt werden müssten. Dazu gehöre, dass Helfer ungehindert Zugang zu Bedürftigen hätten und ihre Sicherheit garantiert werde.

Die militant-islamistischen Taliban sind nach dem Abzug der internationalen Truppen aus dem zentralasiatischen Land seit Mitte August wieder an der Macht. Nach Angaben der Welthungerhilfe haben 13 Millionen Menschen nicht genug zu essen. Hunderttausende wurden seit Jahresbeginn wegen Kämpfen in ihren Dörfern und Städten vertrieben. Viele sind in die Hauptstadt Kabul geflohen.