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Asteroiden schubsen - die NASA probiert es aus

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Von euronews
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Asteroiden schubsen - die NASA probiert es aus
Copyright  NASA/Johns Hopkins, APL/Steve Gribben

Ginge es nach Hollywood, die Erde wäre schon einige Male vor Asteroiden auf Kollisionskurs gerettet worden. Aber was bisher Science fiction war, wird die NASA jetzt konkret testen – ihr Asteroidenabwehrsystem Double Asteroid Redirection Test, kurz DART

Die planetare Verteidigung erfolgt in zwei Phasen. Die erste erfordert, den Himmel nach so vielen Asteroiden wie möglich abzusuchen und diese dann so lange zu verfolgen, dass Wissenschaftler Flugbahnen modellieren und diese lange in die Zukunft vorhersagen können. Bis heute haben Wissenschaftler mehr als 27.000 erdnahe Asteroiden identifiziert, von denen fast 10.000 größer als 140 Meter sind, also die Größe haben, ab der Experten im Falle eines Einschlags große regionale Schäden befürchten.

Aktuell gibt es keine gefährlichen Asteroiden, aber sollte einer identifiziert werden, wird Phase zwei eingeläutet. Mithilfe der als kinetischer Impaktor bezeichneten Methode soll die Dart-Raumsonde dann gezielt mit hoher Geschwindigkeit mit dem Asteroiden kollidieren, um diesen aus seiner gefährlichen Flugbahn zu schubsen.

Die Mission ist ein Technologietest, mit dem festgestellt werden soll, ob sich der Kurs eines Asteroiden ändern lässt. Ziel der Mission ist das Asteroidenpaar Didymos und sein Mond Dimorphos, 

Diese Asteroiden sind keine Bedrohung für die Erde, sie sind nicht auf Kollisionskurs. Das macht sie zu einem geeigneten Ziel für einen ersten Test. DART wird sehr schnell auf sie zurasen, mit 24000 Kilometern pro Stunde. Dart wird auf Dimorphos zielen, den kleineren der beiden Asteroiden.
Dr. Nancy Chabot
NASA Projektleiterin DART

Eine kleine Sonde wird sich vor dem Aufprall von Dart trennen und den Versuch beobachten.  Die Sonde von der italienischen Raumfahrtbehörde (ASI) zur Verfügung gestellt. Der schuhkartongroße LICIACube (Light Italian CubeSat for Imaging of Asteroids) wird sich einige Tage vor dem Aufprall von DART auf den Minimond von diesem trennen und Bilder des Zusammenstoßes aufnehmen. auch die Europäische Weltraumagentur verfolgt mit HERA ein solches Projekt. 

Die DART-Raumsonde muss den Asteroiden treffen, dann muss sie das Ausmaß der Ablenkung messen, und dann wollen wir verstehen, wie diese Ablenkung funktioniert. Und wenn eines Tages ein Asteroid auf Kollisionskurs mit der Erde entdeckt wird, dann werden wir eine Idee davon haben, wie viel Energie wir brauchen, um den Asteroiden abzulenken, damit er die Erde verfehlt.
Andy Cheng
Johns Hopkins Universität, APL

Das 330-Millionen-Dollar-Projekt wird an Bord einer Falcon-9-Rakete von SpaceX ins All befördert. Der Start ist für Mittwoch, den 24. November geplant. Geplant wird DART 11 Millionen Kilometer von der Erde entfernt am 2. Oktober 2022 in den Asteroiden stürzen. Näher wird der Asteroid der Erde nicht kommen.