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Frankreich: Spannung vor der Stichwahl - Macron und Le Pen werben nun um Stimmen

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Von Euronews  mit dpa
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Spannung bei der Präsidentschaftswahl in Frankreich
Spannung bei der Präsidentschaftswahl in Frankreich   -   Copyright  Michel Euler/AP Photo

In Frankreich wird es wie 2017 eine Stichwahl zwischen dem liberalen Präsidenten Emmanuel Macron und der Rechten Marine Le Pen um das höchste Staatsamt geben.

Obwohl Macron als Sieger aus der ersten Runde hervorging, mahnte der 44-Jährige "LERM"-Kandidat vor seinen Anhängern, dass die Wahl noch nicht zuende ist.

"Lassen Sie uns in den nächsten zwei Wochen keine Mühe scheuen, denn nichts ist entschieden. Lassen Sie uns bescheiden sein, entschlossen, lassen Sie uns alle überzeugen, am 24. April können wir in eine neue französische und europäische Zeit eintreten, am 24. April können wir die Wahl der Hoffnung treffen, gemeinsam für Frankreich und Europa."

Le Pen, die sich im Wahlkampf u.a. stark gegen Einwanderung eingesetzt hatte, erhielt zuletzt steigende Umfragewerte. Die Politikerin, die für den "Rassemblement National" antritt, erklärte, die die nationale Unabhängigkeit sicherzustellen, "um Frankreich zu einem Land des Friedens zu machen. Ich werde die Souveränität Frankreichs überall wiederherstellen, die Franzosen sollen also die Freiheit haben, selbst zu entscheiden. Ich werde die Einwanderung kontrollieren und die Sicherheit für alle wiederherstellen."

Der Linkspolitiker Jean-Luc Mélenchon erreichte zwischen 20 und 22,2 Prozent der Stimmen und kam damit auf Platz drei. Der Chef von "L'Union Populaire" hat nun die Rolle des Königsmachers inne. In einer Rede am Abend rief er, so wie viele andere unterlegene Kandidaten, seine Anhänger dazu auf, nicht Le Pen zu wählen.

"Wofür halten sie die Franzosen? Sie wissen, was zu tun ist. Sie sind in der Lage, zu entscheiden, was gut für das Land ist. Wir werden niemals unser Vertrauen in die Demokratie verlieren, deshalb dürfen Sie Frau Le Pen keine Stimme geben."

Michel Spingler/AP Photo
Linkspolitiker Jean-Luc MélenchonMichel Spingler/AP Photo

Die traditionellen Regierungsparteien, die Sozialisten mit Spitzenkandidatin Anne Hidalgo (1,7 Prozent) oder die Republikaner, die mit Valérie Pécresse antraten (4,8 Prozent), schnitten bei der Wahl extrem schlecht ab. Der Grüne Yannick Jadot kam auf mehr als 4,4 Prozent.

2017 lag Macron in der Stichwahl knapp vor Le Pen. Diesmal bleibt abzuwarten, für wen sich die Anhänger der unterlegenen Mélenchon oder Zemmour (rund 6,9 Prozent) entscheiden werden.

Der französische Staatschef hat weitreichende Machtbefugnisse und amtiert fünf Jahre. Etwa 48,7 Millionen Französinnen und Franzosen waren zur Wahl eingeschrieben. Die Wahlbeteiligung lag laut einer Schätzung des Umfrageinstituts Ipsos kurz nach Schließung der Wahllokale bei 74,0 Prozent.