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Tod als ständiger Begleiter: Freiwillige in Großküche überleben Bombardierung

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Von Euronews mit AFP
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Folgen eines Luftangriffs in Charkiw
Folgen eines Luftangriffs in Charkiw   -   Copyright  Felipe Dana/Copyright 2022 The Associated Press. All rights reserved.

Die Luftangriffe auf die ostukrainische Metropole Charkiw fordern fast täglich neue Todesopfer in der Zivilbevölkerung. Am Samstag wurden nach offiziellen ukrainischen Angaben mindestens drei Menschen getötet und 18 weitere verletzt.

Die Einschläge zerstörten eine Großküche, in der zahlreiche Freiwillige arbeiteten. Offenbar konnten sich alle ins Freie retten.

Einer von ihnen ist Genadiy Vlasov: "Wir waren gerade dabei, Brot zu backen und Essen zuzubereiten, als die Explosion die Wände beben ließ. Wir rannten alle nach draußen. Die Explosion war so stark, dass wir zunächst nicht begriffen haben, was geschah. Aber als sich die Wände zu bewegen begannen, war uns allen klar, dass wir raus müssen. Im Moment sieht es so aus, als hätten wir alle überlebt."

Geliefert wird dann eben mit dem Fahrrad

Der Leiter der Großküche Dmytro Kamykin berichtete, mindestens ein Zivilist sei ums Leben gekommen. Er habe viel blutüberströmte Verwundete gesehen: "Wir haben noch zwei weitere Standorte, die Essen zubereiten. Ich glaube, sie stehen noch. Wir werden jetzt nicht zu Hause sitzen, wir werden weitermachen. Ich habe kein Auto mehr, um zu liefern, aber ein Fahrrad. Also werde ich mich auf diese Weise fortbewegen und wir werden weiterhin Essen zubereiten."

Weitermachen trotz widrigster Umstände und mit dem Tod als ständiger Begleiter. Diejenigen, die sich in den Ruinen von Charkiw für andere Zivlisten engagieren, leisten schier Übermenschliches und überwinden die eigene Angst. Da Charkiw weiter unter Beschuss ist, rief der Gouverneur der Region die Menschen auf, nicht ohne triftigen Grund ihre Wohnungen zu verlassen.