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Niedrigwasser am Rhein: Sorge um Auswirkungen auf die Wirtschaft wächst

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Von euronews
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Das Pfalzgrafenstein-Schloss im Rhein in der Nähe der Engstelle Kaub.
Das Pfalzgrafenstein-Schloss im Rhein in der Nähe der Engstelle Kaub.   -   Copyright  Thomas Frey/ dpa

Der Wasserstand des Rheins sinkt und sinkt und in Deutschland wächst die Sorgen über die Auswirkungen auf die Wirtschaft. An der für die Schifffahrt wichtigen Engstelle in Kaub in Rheinland-Pfalz bewegt sich der Pegelstand auf die 40-Zentimeter-Marke zu. Am Donnerstag waren es noch 45 Zentimeter und der Trend für die kommenden Tage geht weiter nach unten. Bei Pegeln um die 30 Zentimeter wird es laut Bundesanstalt für Gewässerkunde auch für flachgehenden Binnenschiffe kritisch. Auch wenn Regen bald etwas Erleichterung bringen könnte, wird erwartet, dass der Wasserstand niedrig bleibt.

Auch am Duisburger Hafen beobachtet man die Pegelstände mit Argusaugen. Sie bewegen sich auf die 160 Zentimeter zu, Tendenz sinkend. "Das sind im Prinzip über zwei Meter, die hier zu normalem Wasserstand fehlen", so Roberto Spranzi, Vorstand der "Deutschen Transport-Genossenschaft Binnenschifffahrt". "Je weiter Sie Richtung Süden kommen, desto niedriger sind die Pegel." Im Moment transportierten drei bis vier Schiffe die Ladung, die normalerweise nur ein Schiff befördere.

Wie die zusätzliche Kohle transportieren?

Damit stellt sich die Frage nach der Wirtschaftlichkeit der Transporte - und nach den Alternativen. Denn nicht alle Fracht kann einfach so auf die Straße und die Schiene verlegt werden. Hinzu kommt, dass die Schifffahrt auf dem Rhein mit der Energiekrise an Bedeutung gewonnen hat. 

Dazu Marc Schattenberg, Analyst "Deutsche Bank Research: "Die Gasverstromung wird nach unten gefahren, die Steinkohleverstromung soll nach oben gefahren werden. Ein Großteil der Steinkohle wird aus den Niederlanden über den Rhein an die Kraftwerke geliefert und das ist im Moment ein besonderes Problem, da die Schiffe an dieser Engstelle nur noch mit einem Viertel oder einem Drittel der Frachtkapazität passieren können."

Uniper und BASF fürchten Produktionsdrosselung

Wenn wichtige Kraftwerke, Fabriken und Raffinerien nicht mehr mit Kohle und anderen Rohstoffen versorgt werden, schrumpft die Wirtschaftsleistung. Der kürzlich teilverstaatlichte Gasversorger Uniper kündigte bereits an, dass die Stromproduktion in einem einigen Kraftwerken möglicherweise reduziert werden muss. Auch der Chemiekonzern BASF schloss eine Drosselung der Produktion in einigen Anlagen nicht aus. In jedem Fall wird der Transport der Güter für die Industrie deutlich teurer. Im Dürrejahr 2018 schrumpfte das Niedrigwasser im Rhein die deutsche Wirtschaftsleistung laut Ökonomen um 0,4 Prozent.