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Betrieb zu teuer: Mehr als 30 Schwimmbäder schließen in Frankreich

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Von Alexandra Leistner
Das Freibad Piscine du Rhône in Lyon, direkt am Fluss. Zahlreiche Schwimmbäder müssen wegen der hohen Energiekosten jetzt schließen.
Das Freibad Piscine du Rhône in Lyon, direkt am Fluss. Zahlreiche Schwimmbäder müssen wegen der hohen Energiekosten jetzt schließen.   -   Copyright  Laurent Cipriani/AP

Nur wenige Menschen können und wollen sich einen Schwimmbadeintritt 15 Euro kosten lassen. Weil der Betrieb der Bäder in Frankreich aufgrund der steigenden Energiekosten immer teurer wird, sind rund 30 Bäder vorerst geschlossen.

"Die steigenden Energiekosten (...) erlauben es uns heute nicht mehr, die Einrichtungen in einer wirtschaftlich ausgewogenen und sozial nachhaltigen Weise zu betreiben", erklärte das Unternehmen Vert Marine, das in Frankreich rund 90 Schwimmbäder betriebt und etwa 30 davon seit Montag geschlossen hat.

Die Pressemitteilung, die über die sozialen Netzwerke der betroffenen Schwimmbäder veröffentlicht wurde, erklärt weiter: "Wenn diese Erhöhung auf den Eintrittspreis aufgeschlagen würde", würde dieser "um das Dreifache steigen. Das ist undenkbar!".

So bald Lösungen gefunden würden, die zu "rationalen Betriebskosten" führen, sollen die Bäder umgehend wieder geöffnet werden.

In Frankreich werden etwa 10 % der insgesamt rund 4.000 öffentlichen Schwimmbäder von einem privaten Unternehmen betrieben und nicht direkt von der Kommune, in der sich das Bad befindet. 

Die meisten Einrichtungen werden mit Gas betrieben und da Schwimmbäder extrem viel Energie benötigen, schlagen sich die explodierenden Preise für Strom und Gas besonders heftig nieder. Zum einen muss das Wasser beheizt und gefiltert und zum anderen die Luft gereinigt werden, was den Dauerbetrieb von Maschinen voraussetzt, die diese Aufgaben sicherstellen.

Gegenüber der Nachrichtenagentur AFP gab Vert Marine an, dass die Energierechnung von "15 auf 100 Millionen Euro" gestiegen ist - das entspreche "dem gesamten Jahresumsatz".

Die Angestellten des Unternehmens wurden den Angaben nach vorübergehend in Kurzarbeit geschickt. 

"Wir appellieren an die lokalen und staatlichen Instanzen, die notwendigen und beispiellosen Entscheidungen zu treffen, um zu erträglichen Kosten zurückzukehren, um auf diese Krise zu reagieren dringend erforderlich ist."

Einige Politiker:inne fühlten sich von der Entscheidung des Betreibers übergangen: In Montauban nördlich von Toulouse sagte Bürgermeisterin Brigitte Barèges, sie habe dem Unternehmen bereits 400.000 Euro Einsparungen ermöglicht. Für die einseitig getroffene Entscheidung, das Bad zu schließen, hatte sie kein Verständnis.

Während in Deutschland im Sommer zahlreiche Freibäder unbeheizt blieben und Duschen kalt waren aufgrund der Energiekosten, haben Schwimmbäder in Frankreich weitere Lösungen gefunden: Im Département Hérault bleiben bei vier Schwimmbädern an einem Tag in der Woche die Türen geschlossen, in Echirolles hat man die Temperatur um etwa zwei Grad gesenkt. In Paris werden mehrere Bäder renoviert, um in Zukunft weniger Energie zu konsumieren.

Chers Usagers, C’est avec regret que nous nous retrouvons dans l'obligation de fermer temporairement votre équipement à...

Posted by Ingreo on Monday, September 5, 2022