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Scholz in den Emiraten: Deutschland bekommt schon Ende 2022 Flüssiggas

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Von ras mit dpa
Olaf Scholz in den Vereinigten Arabischen Emiraten - beim Mangroven-Anbau
Olaf Scholz in den Vereinigten Arabischen Emiraten - beim Mangroven-Anbau   -   Copyright  Markus Schreiber/Copyright 2022 The Associated Press. All rights reserved   -  

Als Ersatz für ausbleibende Energielieferungen aus Russland bezieht Deutschland künftig Flüssiggas aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. 

Während des Besuchs von Bundeskanzler Olaf Scholz in dem Golfstaat hat der Essener Energiekonzern RWE einen Vertrag über eine erste Lieferung geschlossen, die bereits im Dezember diesen Jahres an das neuen LNG-Terminal bei Hamburg geliefert werden soll. 

Nord Stream 1 Ausfall durch erste Lieferung zu 3/4 kompensiert

Laut RWE wurde ein Memorandum über langfristige Lieferungen ab 2023 unterzeichnet. Durch diese erste LNG-Lieferung wird das jährliche Nordstream 1 Volumen zu drei Vierteln kompensiert.

Zum Vergleich: Vor dem Krieg in der Ukraine lieferte Russland über Nord Stream 1Gas mit einer Energiemenge von 1,7 Millionen Kilowattstunden . Die erste LNG-Lieferung von 137.000 Kubikmetern Flüssiggas entspricht 1,37 Millionen Kilowattstunden.

Auf der Reise wurden zudem Verträge über monatliche Diesel- und langfristige Flüssiggaslieferungen ab 2023 unterzeichnet.

Scholz sagte in Abu Dhabi: "Wir werden das so machen, wie es sich sinnvollerweise gehört, nämlich uns auf viele Regionen konzentrieren, die uns die Möglichkeit verschaffen, unsere Energieversorgung zu gewährleisten."

Das man eine Abhängigkeit hat von einem Lieferanten und von dessen Entscheidungen abhängig ist, das wird uns sicherlich nicht wieder passieren.
Olaf Scholz
Bundeskanzler

Auf der zweitägigen Reise nach Saudi-Arabien, in die Vereinigten Arabischen Emirate und nach Katar wurden zudem Verträge über monatliche Diesel- und Memoranden über langfristige Flüssiggaslieferungen ab 2023 unterzeichnet. Auch eine Zusammenarbeit bei Erneuerbare Energien, Wasserstoff und Klimaschutz vereinbart. 

Mit seinem Besuch in Saudi Arabien hatte der Bundeskanzler ein Zeichen der Normalisierung mit gesetzt, allerdings auch den Mord an dem saudischen Journalisten und Regierungskritiker Jamal Kashoggi in Istanbul direkt angesprochen. Der Kronprinz persönlich wird vom US-Geheimdienst verantwortlich gemacht. Über die letzten vier Jahre galten die Beziehungen wegen der saudischen Beteiligung am Krieg im Jemen und des Mordes am Journalisten in Istanbul als zerrüttet.