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Lithiumvorkommen in Portugal: Streit zwischen Wirtschaft und Wissenschaft

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Von Filipa Soares
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Wie groß sind die Lithiumvorkommen im Norden Portugal? Und welche Auswirkungen könnten beim Abbau für die Umwelt drohen? Wirtschaft und Wissenschaft sind sich nicht einig.

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Portugal soll über die größten Lithiumvorkommen in Europa und die acht größten weltweit verfügen. Die Regierung betont das ausdrücklich. Bislang bestehen die Vorkommen aber lediglich in Vorhersagen.

Carlos Leal Gomes, Professor an der Universität von Minho und Lithiumfachmann, hält von solchen Ankündigungen wenig: „Wir haben hier diese Sache, dass wir sagen, das sei der fünfte Platz, sechste oder achte Platz... Das hat nichts zu bedeuten. Man kennt den Platz erst, wenn man mit dem Abbau beginnt“, sagt der Wissenschaftler.

In Covas do Barroso, einer kleinen Gemeinde im Norden Portugals, könnte die größte Lithiumabbaustätte Westeuropas entstehen.

Das Unterfangen umfasst die Erkundung von lithiumhaltigem Pegmatit für die Herstellung von Spodumenkonzentrat.

Dale Ferguson vom Energieunternehmen Savannah meint: „Wir werden etwa 25 000 Tonnen Lithiumhydroxid herstellen. Das ist ausreichend, um jedes Jahr genügend Energiespeicher für etwa 500 000 neue Elektrofahrzeuge zu fertigen.“

Die Erze sind nicht die besten. Das wird viel Arbeit in technischer und technologischer Hinsicht erfordern
Carlos Leal Gomes
Professor an der Universität von Minho und Lithiumfachmann

Carlos Leal Gomes erwidert: „Diese Zahlen sind zum jetzigen Zeitpunkt nur Schätzwerte. (...) denn nachgewiesene Vorkommen gibt es nur sehr wenige. Als mögliche Abbaustätte für die Gewinnung von Lithiumkonzentraten ist es nichts Außergewöhnliches, nicht einmal in Bezug auf die Menge der Vorkommen oder die Erze, die es dort gibt. Die Erze sind nicht die besten. Das wird viel Arbeit in technischer und technologischer Hinsicht erfordern.“

Es ist ein sehr einfaches Verfahren
Dale Ferguson
Savannah

„Unsere Ansicht ist genau das Gegenteil", so Ferguson. „Wir haben viele Millionen Dollar für die Durchführung sämtlicher Probearbeiten ausgegeben und können deshalb und dank der 30- oder 40-jährigen Entwicklungsarbeit im Bereich Spodumen bestätigen, dass es gut vom Gestein getrennt werden kann. Es ist ein sehr einfaches Verfahren“, sagt der führende Mitarbeiter des Energieunternehmens, das die Lithiumvorkommen abbauen will.

Die portugiesische Umweltbehörde hat eine Prüfung möglicher Auswirkungen durchgeführt und einige Bedingungen gestellt, die erfüllt werden müssen. Doch die Bevölkerung ist nicht überzeugt.

„Wir verstehen nicht, dass wir für diese Umweltverschmutzung Wälder, Flüsse und das Leben der Menschen zerstören müssen“, so Nelson Gomes, Vorsitzender der Bürgerinitiative Associação Unidos em Defesa de Covas do Barroso.

euronews-Mitarbeiterin Filipa Soares kommentiert: „Die Bürgerinitiative Unidos em Defesa de Covas do Barroso sagt, der Kampf sei noch nicht vorbei und kündigt an, vor Gericht zu ziehen, um den Abbau aufzuhalten."

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