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Trauriger Rekord: Paris hat die höchste hitzebedingte Sterblichkeitsrate in Europa

Menschen nutzen einen Regenschirm, um sich vor der Sonne in der Nähe der Louvre-Pyramide (Pyramide du Louvre) während einer Hitzewelle in Paris am 26. Juni 2019 zu schützen.
Menschen nutzen einen Regenschirm, um sich vor der Sonne in der Nähe der Louvre-Pyramide (Pyramide du Louvre) während einer Hitzewelle in Paris am 26. Juni 2019 zu schützen. Copyright KENZO TRIBOUILLARD/AFP or licensors
Copyright KENZO TRIBOUILLARD/AFP or licensors
Von Sudesh Baniya
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In der französischen Hauptstadt ist die Wahrscheinlichkeit, an den Folgen hoher Temperaturen zu sterben, höher als in 854 anderen Städten in Europa.

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Laut einer neuen Studie, die in der Zeitschrift Lancet Planet Health veröffentlicht wurde, laufen die Einwohner:innen von Paris im Vergleich zu anderen europäischen Städten die größte Gefahr, an den Folgen von Hitze zu sterben.

Von den 854 in die Studie einbezogenen europäischen Städten und städtischen Gebieten wies die französische Hauptstadt in allen Altersgruppen das höchste temperaturbedingte Sterberisiko auf.

Die Studie untersuchte die europaweiten Todesfälle aufgrund "nicht optimaler Temperaturbedingungen" von Januar 2000 bis Dezember 2019.

Bei älteren Einwohnern ab 85 Jahren war die Wahrscheinlichkeit, aufgrund des Temperaturanstiegs zu sterben, in Paris 1,6 Mal höher als anderswo.

Auf die französische Hauptstadt folgen Amsterdam und Zagreb in Bezug auf das Risiko hitzebedingter Todesfälle.

Warum ist Paris stärker gefährdet als andere europäische Städte?

Dem Bericht zufolge ist die hitzebedingte Sterblichkeit in Paris vor allem aufgrund der brutalen Hitzewelle von 2003, die Frankreich besonders hart traf, stark angestiegen. Auch sozioökonomische Bedingungen und Anpassungsmaßnahmen wirken sich auf die gefährdeten Bevölkerungsgruppen aus.

Hitzewellen treten in Paris immer häufiger und auf und werden immer intesiver. Der Mangel an Grünflächen in der Stadt ist nicht zufällig ein häufiges Gesprächsthema.

Derartige Wetterkapriolen treten aufgrund des Klimawandels allerdings generell immer häufiger auf, und Wissenschaftler:innen haben davor gewarnt, dass sie nur noch schlimmer würden, wenn die Menschen und die Regierungen keine drastischen Maßnahmen ergreifen.

Paris ist auch deshalb besonders gefährdet, weil der Großteil der Hausdächer in der Stadt aus Zink - einem hitzeabsorbierenden Metall - bestehen, was die hohen Temperaturen in den Häusern noch verschlimmert, so der Bericht weiter.

Obwohl die Anfälligkeit für hitzebedingte Todesfälle mit dem Alter zunimmt, wurde auch festgestellt, dass extreme Hitze alle Altersgruppen gleichmäßiger betrifft als extreme Kälte.

Wie bereitet sich Paris auf künftige Hitzewellen vor?

Auch mehreren anderen Berichten zufolge "überhitzt" Paris. Bis 2080 könnte die Metropole an 34 Tagen im Jahr Hitzewellen erleben, verglichen mit durchschnittlich 14 Tagen pro Jahr in den 2010er Jahren.

In einem kürzlich veröffentlichten Bericht wurde davor gewarnt, dass in der französischen Hauptstadt bis zur Mitte des Jahrhunderts Temperaturen von über 50°C auftreten könnten.

Dies hat die politischen Entscheidungsträger:innen dazu veranlasst, sich an die durch den Klimawandel verursachte neue Realität anzupassen.

"Wir befinden uns in einer neuen Klimasituation, unter der einige Menschen bereits leiden und die noch schlimmer werden wird", warnte der Abgeordnete der Grünen Alexandre Florentin im Jahr 2022.

Ein nach der Hitzewelle von 2003 vorgelegter "Klimaaktionsplan" zielt darauf ab, Paris bis 2050 kohlenstoffneutral zu machen und zu verhindern, dass es zu einer "Hitzeinsel" wird.

Der Bericht drängt nun auf weitere Maßnahmen, um das wachsende Problem anzugehen.

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