Erneuerbare Energiequellen: Welche EU-Länder nutzen die meisten - und welche die wenigsten?

Eurostat hat festgestellt, dass der Anteil der erneuerbaren Energien am Bruttoenergieverbrauch auf EU-Ebene im Jahr 2022 23 Prozent erreicht hat.
Eurostat hat festgestellt, dass der Anteil der erneuerbaren Energien am Bruttoenergieverbrauch auf EU-Ebene im Jahr 2022 23 Prozent erreicht hat. Copyright Nicholas Doherty
Von Rebecca Ann Hughes
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Dieser Artikel wurde im Original veröffentlicht auf Englisch

Im Rahmen der Erneuerbare-Energien-Richtlinie hat die EU ihr Ziel für 2030 von 32 Prozent auf 42,5 Prozent erhöht.

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Einem kürzlich veröffentlichten Bericht zufolge steigt der Anteil der von den EU-Ländern genutzten erneuerbaren Energien.

Eurostat, das statistische Amt der Europäischen Union, stellte fest, dass der Anteil der erneuerbaren Energien am Bruttoenergieverbrauch auf EU-Ebene im Jahr 2022 23 Prozent erreichte.

Das ist ein deutlicher Anstieg gegenüber 2021, als 21,9 Prozent aus erneuerbaren Energien stammten.

Hier ein Vergleich der verschiedenen europäischen Länder.

Welches EU-Land nutzt die meisten erneuerbaren Energien?

Zu den erneuerbaren Energiequellen gehören Windkraft, Solarenergie (thermisch, photovoltaisch und konzentriert), Wasserkraft, Gezeitenkraft, geothermische Energie, durch Wärmepumpen aufgefangene Umgebungswärme, Biokraftstoffe und der erneuerbare Anteil von Abfall.

Dem Eurostat-Bericht zufolge war Schweden das EU-Land, das 2022 die meisten erneuerbaren Energien einsetzte.

Nahezu zwei Drittel seines Bruttoendenergieverbrauchs stammten aus erneuerbaren Quellen. Schweden setzte dabei vor allem auf Wasserkraft, Windkraft, feste und flüssige Biokraftstoffe sowie Wärmepumpen.

An zweiter Stelle lag Finnland, das 47,9 Prozent seiner Energie aus erneuerbaren Quellen bezog. Das nordische Land setzte ebenfalls auf Wasserkraft, Windkraft und feste Biokraftstoffe.

Lettland folgte mit einem Anteil von 43,3 Prozent, der hauptsächlich auf Wasserkraft beruht. Sowohl Dänemark (41,6 %) als auch Estland (38,5 %) bezogen den größten Teil ihrer erneuerbaren Energien aus Wind und festen Biokraftstoffen.

Portugal (34,7 %) setzte auf feste Biokraftstoffe, Wind, Wasserkraft und Wärmepumpen, während Österreich (33,8 %) hauptsächlich Wasserkraft und feste Biokraftstoffe nutzte.

Die niedrigsten Anteile an erneuerbaren Energien wurden in Irland (13,1 Prozent), Malta (13,4 Prozent), Belgien (13,8 Prozent) und Luxemburg (14,4 Prozent) verzeichnet.

Insgesamt meldeten 17 der 27 EU-Mitglieder Anteile, die unter dem EU-Durchschnitt von 23 Prozent im Jahr 2022 lagen.

EU-Länder müssen ihren Anteil an erneuerbaren Energien ausbauen

Im Rahmen der überarbeiteten Erneuerbare-Energien-Richtlinie hat die EU ihr Ziel für den Anteil erneuerbarer Energien bis 2030 von 32 Prozent auf 42,5 Prozent erhöht. Demnächst soll es sogar auf 45 Prozent erhöht werden.

"Daher müssen die EU-Länder ihre Anstrengungen verstärken, um gemeinsam das neue EU-Ziel für 2030 zu erreichen", heißt es in dem Eurostat-Bericht, "das eine Erhöhung des Anteils der erneuerbaren Energien am Bruttoendenergieverbrauch der EU um fast 20 Prozent erfordert."

Darüber hinaus will die EU im Rahmen des Europäischen Green Deals bis 2050 der erste klimaneutrale Kontinent der Welt werden.

Dieses ehrgeizige Maßnahmenpaket soll den europäischen Bürgern und Unternehmen helfen, von einem nachhaltigen grünen Wandel zu profitieren.

Die Nutzung erneuerbarer Energien trägt dazu bei, die Treibhausgasemissionen zu reduzieren, die Energieversorgung zu diversifizieren und die Abhängigkeit von den Märkten für fossile Brennstoffe zu verringern.

Das Wachstum der erneuerbaren Energiequellen kann auch die Beschäftigung in der EU fördern, indem Arbeitsplätze in neuen "grünen" Technologien geschaffen werden.

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