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Millionen Weihnachtsbäume landen dieses Jahr auf Deponien: so nutzt man sie sinnvoll

Teddy Hebdon, neun, aus Springfield, Virginia, zeigt auf den Baum für Virginia. Er besucht den Nationalen Weihnachtsbaum auf der Ellipse beim Weißen Haus, 22. Dezember.
Teddy Hebdon, neun, aus Springfield, Virginia, zeigt am Nationalen Weihnachtsbaum auf der Ellipse beim Weißen Haus auf den Baum, der Virginia repräsentiert. Am 22. Dezember. Copyright  Copyright 2025 The Associated Press. All rights reserved
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Von Liam Gilliver & Jessica Damiano mit AP
Zuerst veröffentlicht am
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Auf Deponien verrotten Weihnachtsbäume erst nach Jahren. Es gibt umweltfreundlichere Wege, den Baum zu entsorgen, etwa durch Recycling oder Kompostierung.

Weihnachten ist offiziell vorbei. Jetzt werden Lichter abgehängt, Pralinen weggeräumt und der nadelnde Baum entsorgt.

Nach Angaben der Nature Conservancy landen jedes Jahr rund 10 Millionen echte Weihnachtsbäume in Deponien. Dort werden sie mit Erde bedeckt. Das führt zu einer anaeroben, also sauerstoffarmen Zersetzung, statt zum aeroben, sauerstoffgetriebenen Abbau wie in der Natur, etwa auf dem Waldboden.

Die anaerobe Zersetzung ist sehr langsam; ein Baum braucht Jahre. Sie setzt zudem Treibhausgase wie Methan und Kohlendioxid frei, die das Grundwasser belasten können.

Wer das vermeiden will, hat mehrere Möglichkeiten. Sie schaden der Umwelt nicht und können sogar dem eigenen Garten nützen. Voraussetzung: Alle Schmuckstücke, Lametta oder "Flocking" (aufgesprühter Kunstschnee) müssen vom Baum runter.

Verwandle den Weihnachtsbaum in städtischen Kompost

Wer seinen Weihnachtsbaum zerkleinern kann, verteilt die Zweige im Garten. Sie isolieren den Boden. So bleiben Zwiebeln und die Wurzelkrone von Stauden bei den Frost-Tau-Wechseln des Winters geschützt und werden nicht herausgedrückt.

Im Frühjahr lässt sich die Mulchschicht prüfen. Brüchige Zweige und Stängel werden in kleinere Stücke geschnitten und bleiben liegen. So zersetzen sie sich weiter, ohne den austreibenden Frühlingsgarten zu stören. Kiefernnadeln senken den pH-Wert des Bodens kaum und gefährden die Pflanzen nicht.

Wer den Baum nicht selbst zerlegen kann, bekommt oft Hilfe: Viele Kommunen und Wohltätigkeitsorganisationen holen ihn ab und machen daraus Dünger. Die Bäume werden geschreddert und halten öffentliche Flächen grün und vital.

In Paris richtet die Stadtverwaltung Sammelstellen ein. Dort werden Bäume abgegeben, gehäckselt und anschließend in den Grünanlagen der Stadt verteilt.

Ein Zufluchtsort für Wildtiere

Wer einen großen Teich hat, kann den Baum versenken und damit Verstecke für Fische schaffen. Sie werden den neuen Unterschlupf zu schätzen wissen.

Alternativ bleibt der Baum im Ständer und kommt nach draußen in den Garten. Bei Bedarf fest verankern, damit er bei starkem Winterwind nicht kippt. Bald machen Standvögel es sich darin heimisch. Ein Futterhäuschen am Ast lockt zusätzliche Gäste an.

Geht das nicht, liegt der Baum einfach in einer abgelegenen Ecke des Gartens. So bietet er Vögeln und anderen Wildtieren eine Zuflucht.

Küstenschutz

Auf Stränden werden gefällte Bäume häufig gesetzt oder vergraben, um Küstenerosion zu bekämpfen. Mit dem Anstieg des Meeresspiegels drohen Millionen Menschen häufiger Überschwemmungen. Bäume, die Dünen stützen und erhöhen, können Hochrisikogebiete besser schützen.

Sanddünen sind zudem Blue-Carbon-Ökosysteme. Sie speichern pro Flächeneinheit mehr Kohlenstoff als Wälder an Land und haben seit der Industriellen Revolution rund ein Drittel der globalen Kohlenstoffemissionen eingelagert.

Diese Aufnahme vom 19. Dezember 2025, bereitgestellt von Jessica Damiano, zeigt immergrüne Zweige als Wintermulch über einem Hochbeet mit gepflanzten Knoblauchzehen auf Long Island (New York).
Diese Aufnahme vom 19. Dezember 2025, bereitgestellt von Jessica Damiano, zeigt immergrüne Zweige als Wintermulch über einem Hochbeet mit gepflanzten Knoblauchzehen auf Long Island (New York). Jessica Damiano/AP

Werden die Bäume sorgfältig im Boden verankert, weht der Wind Sand in die Zweige. So wachsen die Dünen wieder an.

Organisationen wie Beach Guardian im Vereinigten Königreich rufen jedes Jahr Freiwillige zusammen, um Weihnachtsbäume an die Küste zu bringen.

Besondere Sammelaktionen für Weihnachtsbäume

Manche Gemeinden organisieren nach den Feiertagen spezielle Sammelaktionen. Die Bäume dienen dann der Bekämpfung von Erosion oder als Unterschlupf für Wildtiere. Zoos nutzen ausrangierte Bäume häufig für Beschäftigungsprogramme. Wegen verbleibender Dekodrähte stammen sie aber meist von Händlern, nicht aus Haushalten.

Auch Höfe nehmen Bäume gern an. Viele freuen sich über eine Ergänzung für das Futter ihrer Tiere. Die Kentish Town City Farm in London, die älteste Stadtfarm des Vereinigten Königreichs, füttert ihre Ziegen mit gesammelten Bäumen. Sie schmecken nicht nur, sondern gelten auch als natürliches Entwurmungsmittel.

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