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Gute Vorsätze mit Nebenwirkung: Wie Alltag und Klima profitieren

Die Ziffern 2026 werden bei einer Beleuchtungszeremonie am Times Square am Donnerstag, 18. Dezember 2025, in New York angezeigt.
Die Ziffern 2026 werden bei einer Beleuchtungszeremonie am Times Square am Donnerstag, 18. Dezember 2025, in New York angezeigt. Copyright  AP Photo/Adam Gray
Copyright AP Photo/Adam Gray
Von Kiki Sideris mit AP
Zuerst veröffentlicht am
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Wer mit einer Gewohnheit beginnt, die sich tatsächlich dauerhaft umsetzen lässt, kann damit etwas für den eigenen Geldbeutel, den Alltag und das Klima bewirken.

Zum Ende der Feiertage gibt es eine gute Nachricht: Viele Neujahrsvorsätze, die sich ohnehin jedes Jahr wiederholen – gesünder leben, Geld sparen, den Alltag besser strukturieren – lassen sich auch klimafreundlich umsetzen.

Ob man Ausgaben senken, den eigenen Haushalt entrümpeln oder bewusster essen möchte: Schon mit kleinen Veränderungen lässt sich für einen selbst ebenso wie für das Klima etwas bewegen.

Der zusätzliche Vorteil: Die meisten dieser Maßnahmen kosten kaum Zeit und nur wenig Geld.

Geld bei den laufenden Ausgaben sparen

Wer sparen möchte, kann im eigenen Haushalt beginnen. Elektronische Geräte verbrauchen oft auch dann Strom, wenn sie ausgeschaltet sind. Dieser sogenannte Phantomverbrauch lässt sich verringern, indem ungenutzte Geräte wie Ladegeräte oder Unterhaltungselektronik vom Stromnetz getrennt oder Steckdosenleisten mit Ein Aus Schalter verwendet werden.

Auch das Verstellen des Thermostats um einige Grad während der Abwesenheit kann den Energieverbrauch senken und Kosten sparen. Nach Angaben des US Energieministeriums lassen sich jährlich bis zu zehn Prozent der Heiz und Kühlkosten einsparen, wenn die Temperatur täglich für acht Stunden um vier bis sechs Grad Celsius angepasst wird.

Ein weiterer einfacher Schritt: Wäsche auf niedriger Temperatur waschen und, wenn möglich, an der Luft trocknen. Das Erhitzen des Wassers ist der größte Energieverbrauch beim Waschen, zudem zählen Wäschetrockner zu den energieintensivsten Haushaltsgeräten, so Matthew Gonzales, stellvertretender Vorsitzender des National Hispanic Energy Council.

Gleichzeitig kann das auch die Abnutzung der Kleidung verringern.

Gonzales zufolge gehören zu weiteren einfachen Maßnahmen der Wechsel zu LED-Leuchtmitteln, das Abdichten zugiger Fenster sowie der Austausch verschmutzter Luftfilter, damit Heiz- und Kühlsysteme effizienter arbeiten können.

Außerdem rät er dazu, tagsüber verstärkt natürliches Licht zu nutzen, Vorhänge und Fenster gezielt zu öffnen oder zu schließen, um die Wärme zu regulieren, und Licht auszuschalten, wenn es nicht benötigt wird.

Wie groß die Einsparungen ausfallen, hängt stark davon ab, wo jemand lebt, wie alt das Gebäude ist und wie hoch die lokalen Energiepreise liegen.

In Regionen mit besonders hohen Energiekosten könnten Haushalte jedoch schon durch kleine Veränderungen über die Zeit hinweg deutlich sparen, so Gonzales.

"Das Streben nach Perfektion sollte nicht verhindern, dass man gute Schritte geht", rät Gonzales.

Gesünder essen und weniger verschwenden

Weniger Lebensmittel wegzuwerfen kann sich positiv auf den eigenen Geldbeutel, die Ernährung und zugleich auf die Umwelt auswirken.

Nach Angaben der Europäischen Kommission verursacht Lebensmittelverschwendung in Europa jedes Jahr Kosten von schätzungsweise 132 Milliarden Euro und führt zu rund 250 Millionen Tonnen des Treibhausgases CO₂e, das zur Erderwärmung beiträgt.

Ein erster Schritt könne darin bestehen, zunächst die Lebensmittel zu verbrauchen, die bereits zu Hause vorhanden sind, bevor ein neuer Einkauf erfolgt, erklärt die Kochbuchautorin Anne-Marie Bonneau.

"Wenn man etwas Fett, eine Zwiebel und ein paar beliebige Gemüsesorten zur Hand hat – oder auch nur ein einzelnes Gemüse oder Reste von gekochtem Eiweiß oder Getreide –, lässt sich daraus eine Suppe machen", so Bonneau.

"Wenn man so weit aufgeräumt hat, dass nicht einmal mehr eine Zwiebel und etwas Fett übrig sind, ist es wahrscheinlich Zeit, einkaufen zu gehen."

Sie empfiehlt außerdem, Lebensmittel haltbar zu machen, bevor sie verderben. Dazu gehört auch das Fermentieren von Gemüse, was ihrer Ansicht nach einfacher ist, als viele denken.

So lasse sich etwa aus Kohl, Salz und einem Glas problemlos Sauerkraut herstellen. Auch Soßen aus saisonalem Gemüse wie Tomaten könnten vorbereitet und eingefroren werden, um sie später im Jahr zu verwenden.

Auch der Einsatz eines Multikochers kann bei der Essensvorbereitung helfen, etwa für Apfelmus, Joghurt, Eintöpfe oder Bohnen, und dabei zugleich den Energieverbrauch senken.

Grundsätzlich könne es sich laut Bonneau lohnen, stark verarbeitete Lebensmittel wie gezuckerte Frühstücksflocken, Hotdogs, Chicken Nuggets oder Fertiggerichte zu vermeiden.

Das komme sowohl der Gesundheit als auch der Umwelt zugute. Diese Produkte seien häufig stark in Plastik verpackt, das in die Lebensmittel übergehen und zur Umweltverschmutzung beitragen könne.

"Man verbessert seine Ernährung, reduziert Abfall und die Lebensmittel kommen weniger mit Plastik in Kontakt", sagt sie.

Entrümpeln und weniger einkaufen

Um Ordnung zu schaffen, ist es nicht zwingend nötig, neue Aufbewahrungslösungen zu kaufen oder Dinge wegzuwerfen. Häufig beginnt es damit, das zu nutzen, was bereits vorhanden ist.

Schon wenn man eine Stunde damit verbringt, die Wohnung aufzuräumen, doppelte Gegenstände zu erkennen und Vergessenes wiederzuentdecken, lasse sich die Zahl von Impulskäufen verringern.

Wer sich bewusst mache, was tatsächlich genutzt werde, kaufe seltener unüberlegt ein, sagt Katrina Caspelich, Kommunikationsdirektorin von Remake, einer Organisation, die sich für Menschenrechte und Klimagerechtigkeit in der Modebranche einsetzt.

Hilfreich könne auch eine sogenannte "One in, one out"-Regel sein. Sie besagt, dass nur dann etwas Neues gekauft wird, wenn ein älteres Teil ersetzt wird. Das verhindere, dass Kleiderschränke immer voller werden, und fördere bewusstere Kaufentscheidungen, so Caspelich.

Auch das Abbestellen von Marketing E-Mails und Verkaufsbenachrichtigungen könne unterstützen.

"Die meisten Impulskäufe werden durch eine Benachrichtigung ausgelöst und nicht durch ein tatsächliches Bedürfnis", sagt Caspelich. Oft entstehe das Gefühl, etwas unbedingt haben zu müssen, erst nach 24 Stunden – und nicht im Moment des ersten Reizes.

Für einen strukturierteren Neustart könne es helfen, einen zeitlich begrenzten Kaufverzicht auszuprobieren. Dabei wird für 30 oder 90 Tage auf neue Anschaffungen verzichtet und stattdessen getragen, repariert oder getauscht, was bereits vorhanden ist.

Wer sich nicht vollständig zu einem Kaufstopp verpflichten könne, könne alternativ auf Gebrauchtware zurückgreifen. "Der Schlüssel ist Flexibilität", sagt sie. "Wenn man es als Experiment und nicht als starre Regel betrachtet, fühlt man sich ermutigt und nicht eingeschränkt."

Nach Schätzungen von Remake kann eine Person, die 90 Tage lang auf den Kauf neuer Kleidung verzichtet, rund 3.900 Liter Wasser einsparen, etwa 300 Kilogramm Kohlendioxidemissionen vermeiden und rund neun Kilogramm Textilabfall von der Deponie fernhalten.

Gleichzeitig ließen sich durch den Verzicht auf Neukäufe im Durchschnitt mehr als 250 Euro sparen. In einem größeren Zusammenhang wird das Ausmaß noch deutlicher: In Europa fallen jedes Jahr rund sieben Millionen Tonnen Textilabfälle an, der überwiegende Teil davon Kleidung.

Für alle, die sich von den vielen Ratschlägen überfordert fühlen, lässt sich das Fazit einfach zusammenfassen: Man muss nicht alles tun und auch nicht alles perfekt machen. Schon eine einzelne Gewohnheit, die sich langfristig beibehalten lässt, kann einen Unterschied machen – für den eigenen Geldbeutel, den Alltag und das Klima.

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