Eine Reihe von Stürmen hat in ganz Europa eine Spur der Verwüstung und des Todes hinterlassen: ein Opfer in Spanien, zwei in Frankreich und 16 in Portugal. Ein älteres Ehepaar wird seit dem 10. Februar vermisst. Die portugiesischen Behörden haben die Suche intensiviert.
In Frankreich warnen die Behörden auch an diesem Montag vor Hochwasser und Überschwemmungen - vor allem die Départements Gironde, Charente-Maritime und Charente an der Atlantikküste und im Westen des Landes sind laut Vigicrue betroffen.
Nach Sturmtief Nils hat es vielerorts weiter geregnet und die ohnehin schon hohen Pegelstände vieler Flüsse sind weiter gestiegen. In der Stadt Marmande im Garonne-Tal zwischen Bordeaux und Agen waren an diesem Sonntag Feuerwehrleute in Booten unterwegs, um von den Fluten eingeschlossenen Bewohnern und Bewohnerinnen zu helfen.
Wegen starker Niederschläge gilt die Lawinengefahr in den Alpen als hoch. Derzeit sind in einigen französischen Regionen Februar-Ferien, in denen traditionell viele Familien zum Wintersport in die Alpen reisen.
Ehepaar in Portugal wird seit Tagen vermisst
Die Stürme der vergangenen Woche haben in ganz Europa eine Spur der Verwüstung und des Todes hinterlassen: es gab zwei Tote in Frankreich, einen Toten in Spanien und 16 in Portugal. Ein älteres Ehepaar in Montemor-o-Velho in der Region Coimbra wird seit dem 10. Februar als vermisst.
Die verzweifelte Tochter rief die Menschen, die ihre Eltern gesehen haben könnten, in einem Facebook-Post dazu auf, sich zu melden. Die Eheleute waren nach einem Termin in der Stadt Coimbra im Auto auf dem Weg nach Hause. Der 68-jährige Mann und die 65-jährige Frau lebten allein und waren "trotz einiger Probleme mit der Mobilität" selbstständig.
Der Kommandeur des Katastrophenschutzes, Mário Silvestre, sagte auf einer Pressekonferenz, es gebe "keine konkreten Informationen zum Verschwinden des Paares". Die Suche nach den beiden werde fortgesetzt, ein Hubschrauber sei zur Unterstützung der Such- und Rettungsteams angefordert worden.
Die Suche nach dem Ehepaar hatte am Freitag begonnen. Am Samstag ging das Wasser im Mondego-Tal in Montemor-o-Velho leicht zurück.
Am Sonntag weiteten Feuerwehrleute und Einsatzkräfte der Armee den Umkreis der Suche ausweiteten und intensivierten diese in Vinha da Rainha, einer Reisfeldstadt im Vale do Pranto, die von den Überschwemmungen durch die Unwetter der letzten Wochen stark betroffen war.
16 Todesopfer in Portugal
Durch starke Stürme kamen in Portugal zuletzt 16 Menschen ums Leben, Hunderte wurden verletzt und Tausende Familien obdachlos. Die Stürme Ingrid, Joseph, Kristin, Leonardo und Marta hinterließen eine Spur der Verwüstung.
Das Sturmtief Kristin war das heftigste, das portugiesisches Hoheitsgebiet erreichte, mit Windgeschwindigkeiten von über 200 km/h und heftigem Regen. Es galt als der stärkste Sturm, der jemals in Portugal aufgezeichnet wurde.
Seit Januar hat diese Anhäufung von Stürmen vielerorts auch Infrastruktur zerstört, Strom- und Kommunikationsverbindungen sowie die Energieversorgung unterbrochen. Tausende Menschen haben ihre Häuser verloren. Zahlreiche Straßen wurden gesperrt, der Zugverkehr wurde in mehreren Abschnitten unterbrochen, und die wichtigste Autobahn des Landes, die die Hauptstadt Lissabon mit Porto, der zweitgrößten Stadt, verbindet, wurde in der Region Coimbra gesperrt, weil ein Deich gebrochen war, der die Fahrbahn einbrechen ließ.
In 68 Gemeinden Portugals herrschte bis zum 15. Februar der Katastrophenzustand. Die Regionen Leiria, Coimbra und Alcácer do Sal waren am stärksten betroffen.
Viele Regionen in Europa betroffen
Neben Portugal zogen die Stürme durch mehrere europäische Länder.
In Irland waren mehr als 93.000 Haushalte ohne Strom. In Nordirland waren 715.000 Haushalte betroffen. Auf britischen Flughäfen wurden Hunderte Flüge gestrichen, der öffentliche Nahverkehr wurde eingestellt und Schulen geschlossen.
In Spanien kam durch Sturm Joseph eine Person ums Leben. Mehrere Naturparks, insbesondere in Madrid, mussten geschlossen werden. In der Region Extremadura wurden Schulen geschlossen, und es gab mehr als 300 Vorfälle, bei denen Bäume umstürzten und Straßen abgeschnitten wurden. Durch den Sturm Leonardo im Februar wurde die Warnung der Behörden vor der Gefahr von Überschwemmungen erhöht.
In Italien verursachte Sturm Harry Schäden durch sintflutartige Regenfälle und Windgeschwindigkeiten von über 120 Stundenkilometern. Die italienische Regierung rief den Notstand in Kalabrien, Sizilien und Sardinien aus. Es wurden jedoch keine Todesopfer gemeldet.
Experten zufolge wurden die starken Stürme durch die Abwesenheit des Azoren Hochdruckgebiets auf seiner üblichen Position verursacht. Der Azoren-Antizyklon - auch: Azorenhoch - ist eine Masse warmer Luft, die als natürliche Barriere gegen atlantische Tiefdruckgebiete wirkt und diese daran hindert, die europäische Westküste zu erreichen.