EP-Korruptionsskandal: Richter ordnet Freilassung Eva Kailis an

Die in den Korruptionsskandal verwickelte Eva Kaili steht künftig unter Hausarrest.
Die in den Korruptionsskandal verwickelte Eva Kaili steht künftig unter Hausarrest.   -  Copyright  European Union, 2022.
Von Stefan Grobe  & Maria Psara

Eva Kaili wird aus dem Gefängnis entlassen. Nach mehr als vier Monaten in Haft wird die ehemalige Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments unter elektronischer Überwachung nach Hause zurückkehren. Das erfuhr Euronews von ihrem Anwalt.

Ein Richter in Brüssel hat die Überstellung von Eva Kaili aus der Haft in den Hausarrest angeordnet. Das bestätigte die zuständige Staatsanwaltschaft gegenüber Euronews. Die ehemalige Vizepräsidentin des EU-Parlaments darf damit wahrscheinlich unter Auflagen an einem der kommenden Tage nach Hause.Sie sitzt seit über vier Monaten im Gefängnis.

In dem Ende 2022 öffentlich gewordenen Bestechungsskandal geht es um mutmaßliche Einflussnahme auf Entscheidungen des EU-Parlaments durch die Regierungen von Katar und Marokko.

Mehreren Beschuldigten, darunter Kaili, wird von der Staatsanwaltschaft Korruption, Geldwäsche und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen.

Seit dem Ausbruch des Skandals im vergangenen Dezember ist von den fünf Personen, die strafrechtlich angeklagt wurden, nur die griechische Europaabgeordnete Eva Kaili im Gefängnis geblieben.

Alle anderen, darunter auch der als Drahtzieher des Skandals angeklagte Pier Antonio Panzeri und der belgische Europa-Abgeordnete Marc Tarabella stehen vor ihrer Entlassung im Laufe der Woche.

Kailis Lebensgefährte Francesco Giorgi ist bereits wieder unter Auflagen auf freiem Fuß-

Die 44-jährige Abgeordnete war wegen Beteiligung an einer kriminellen Vereinigung, Korruption und Geldwäsche angeklagt worden, nachdem sie im Rahmen eines Schmiergeldsystems "große Geldsummen" von Katar und Marokko erhalten haben soll, um die europäische Politik zu beeinflussen.

Nach Angaben ihres Anwalts beteuert sie weiterhin ihre Unschuld.

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