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Treffen Sie "AI Steve", den Avatar-Wahlkandidaten Großbritanniens

Steve Endacott setzt einen KI-Avatar ein, um bei den Wahlen im Vereinigten Königreich besser mit potenziellen Wählern in Kontakt zu treten.
Steve Endacott setzt einen KI-Avatar ein, um bei den Wahlen im Vereinigten Königreich besser mit potenziellen Wählern in Kontakt zu treten. Copyright Steve AI
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Von Anna Desmarais
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Dieser Artikel wurde im Original veröffentlicht auf Englisch

Die künstliche Intelligenz "AI Steve" wählt nur Politiken mit mehr als 50 Prozent Unterstützung in sein Programm für die britischen Parlamentswahlen aus.

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Bei den anstehenden Parlamentswahlen in Großbritannien gibt es ein neues, künstliches Gesicht: "AI Steve".

Steve Endacott, der Mann hinter der künstlichen Intelligenz (KI), ist ein Unternehmer aus Südengland, der möchte, dass sein Avatar als Abgeordneter für den Wahlkreis Brighton Pavillion im Unterhaus vertreten ist.

"Ich gründe meine eigene Partei, nachdem es mich desillusioniert hat, wie sehr die anderen Parteien den Kontakt zur britischen Bevölkerung verloren haben", so Endacott in einem LinkedIn-Post.

"Ich werde versuchen, die Technologie zu nutzen, um direkt mit den Ansichten meiner Wähler in Kontakt zu treten."

Im Juli 2024 wird in Großbritannien ein neues Unterhaus gewählt. Dieses entscheidet über die Gesetzgebung und den Staatshaushalt. Es ist das im Alltag wichtigste Organ der britischen Demokratie. In ihm sitzen Abgeordnete aus Nordirland, Wales, Schottland und England.

Auf der Website von "AI Steve" werden die Nutzer gefragt, ob sie einem Team von "Schöpfern" beitreten wollen, das ihn bei der Entwicklung neuer politischer Maßnahmen unterstützen wird. Potenzielle Wähler können das tun, indem sie auf die Option "Sprechen Sie mit AI Steve" klicken und dann persönliche Informationen ausfüllen, bevor sie mit dem Bot interagieren.

Unterstützer können auch zu "Validierern" werden, wobei Steve sie bittet, "nur ein paar Minuten pro Woche" aufzuwenden, um "als Kontrollmechanismus zu fungieren, um unsinnige Politiken zu stoppen", indem sie jedem Politikvorschlag eine Bewertung von eins bis zehn geben.

"Man muss nichts über künstliche Intelligenz wissen, man muss nur einen Knopf drücken, um mit der Figur zu sprechen", so Endacott in einer Erklärung.

Politikvorschläge mit 50% Unterstützung werden angenommen

Auf dem Wahlzettel wird Steve Endacott stehen, aber hinter ihm steht eine KI sowie ein Avatar, "AI Steve". Wenn er gewählt werden würde, säße er zwar im Parlament, aber wie er dann bei Abstimmungen entschiede oder wie er sich politisch verhalte, würde die KI entscheiden. Sie wählt nur Vorschläge mit 50 Prozent Zustimmung aus.

"'AI Steve' wurde ins Leben gerufen, um sicherzustellen, dass die Bürger von Brighton und Hove rund um die Uhr die Möglichkeit haben, ihre Meinung zu äußern und Politik zu gestalten", heißt es auf seiner Website.

Wenn Endacott gewählt wird, wird er "physisch" im Parlament anwesend sein, wo er auf der Grundlage des direkten Feedbacks, das seine KI-Plattform erhält, über politische Maßnahmen abstimmen wird.

Endacott beschreibt sich selbst als einen Mann aus der Arbeiterklasse, der "den Wert des Geldes versteht" und es sehr zu schätzen weiß, dass der Erfolg seiner geschäftlichen Aktivitäten ihn relativ wohlhabend gemacht hat.

Auch die Umwelt liegt ihm "sehr am Herzen".

Das KI-Unternehmen Neural Voice, dessen Vorsitzender Endacott ist, hat "AI Steve" entwickelt. Endacott kandidierte 2022 für die Konservativen aus Rochdale und erhielt 487 Stimmen.

Laut der Website der Wahlkommission müssen potenzielle Kandidaten mindestens 18 Jahre alt sein und die britische oder irische Staatsbürgerschaft besitzen, um an einer Unterhauswahl in Großbritannien teilnehmen zu können.

In Großbritannien kandidieren seit jeher satirische Figuren bei Wahlen. Lord Buckethead kandidierte seit 1987 bei vier britischen Wahlen als intergalaktischer Bösewicht. Ein anderer Weltraumschurke, Graf Binface, kandidierte bei den Bürgermeisterwahlen 2024.

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