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Korruptionsskandal: Ist Juan Carlos zu saudischen Scheichs geflohen?

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Archivbild   -   Copyright  Andrea Comas/Copyright 2019 The Associated Press
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Der ehemalige spanische König Juan Carlos ist nach seiner plötzlichen Abreise einem Medienbericht zufolge nicht in die Dominikanische Republik, sondern nach Abu Dhabi geflogen.

Die in Sachen Monarchie gewöhnlich gut informierte Zeitung "ABC" schrieb, der 82-Jährige sei offenbar zu befreundeten Scheichs in den Vereinigten Arabischen Emiraten gereist. Juan Carlos unterhält gute Beziehungen zum Kronprinzen, Scheich Mohammed bin Said Al Nahjan.

Der unter Korruptionsverdacht stehende frühere König sei am Montag von Vigo im Nordwesten Spaniens mit einem Privatjet nach Abu Dhabi geflogen, hieß es. Unterkunft habe er im Emirates Palace, einem der teuersten Hotels der Welt, bezogen.

Falschmeldungen, Gerüchte - und Schweigen

Der Palast in Madrid hat sich bisher nicht zum Aufenthaltsort von Juan Carlos geäußert, der 2014 zugunsten seines Sohnes Felipe abdankte. In einem vom spanischen Königshaus am Montag veröffentlichten Brief hatte Juan Carlos mitgeteilt, dass er wegen der Finanzaffäre Spanien verlasse und ins Ausland ziehe. Damit wolle er die Arbeit seines Felipes "erleichtern".

Zuvor hatten "ABC" und andere Medien berichtet, das umstrittene frühere Staatsoberhaupt sei in der Dominikanischen Republik untergetaucht. Er sei von einem anderen mächtigen Freund, dem Zuckermagnaten Pepe Fanjul, aufgenommen worden.

Der Einwanderungsbehörde zufolge war der unter Korruptionsverdacht stehende frühere König jedoch zum letzten Mal Ende Februar in der Dominikanischen Republik.

Steuerhinterziehung, Geldwäsche, Affären

Ein Anwalt von Juan Carlos versicherte, sein Mandant stehe der Justiz auch nach der Ausreise zur Verfügung. Der frühere König machte zuletzt mit zahlreichen Skandalen von sich reden.

Darunter eine luxuriöse Elefantenjagd des Monarchen in Botswana inmitten einer schweren Wirtschaftskrise des Landes. Die Reise 2012 wurde publik, weil Juan Carlos sich bei einem Sturz die Hüfte brach und nach Hause geflogen werden musste.

Besonders brisant: In einem Skandal geht es um mutmaßliche Schmiergeldzahlungen beim Bau einer Hochgeschwindigkeitsbahnstrecke in Saudi-Arabien durch ein spanisches Konsortium.

Juan Carlos soll 2008 von den Saudis 100 Millionen US-Dollar für die Vermittlung kassiert haben. Auch hatte die Deutsche Corinna zu Sayn-Wittgenstein, die seine frühere Geliebte gewesen sein soll, angegeben, der König habe im Zusammenhang mit dem 6,7 Milliarden Euro schweren Schnellbahn-Projekt eine Kommission bekommen.

Damals genoss er als Monarch zwar noch Immunität, in Zusammenhang mit der Zahlung wird er aber nun der Steuerhinterziehung und der Geldwäsche nach seiner Abdankung im Juni 2014 verdächtigt.

Im Juni leitete das Oberste Gericht in Madrid Ermittlungen ein.