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Ukraine: Aus der Sicht eines Diplomaten

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Von euronews
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Ukraine: Aus der Sicht eines Diplomaten
Copyright  Roland Balik/U.S. Air Force via AP

Die Fronten zwischen Russland und den USA bleiben in der Ukraine-Krise verhärtet. Großbritannien und die NATO haben bereits weitere militärische Unterstützung für die Ukraine beschlossen, Deutschland hät sich zurück und setzt auf Sanktionen. Jamie Shea, ehemaliger stellvertretender Generalsekretär für neue Sicherheitsherausforderungen in der NATO-Zentrale in Brüssel: 

Deutschland muss sich den Wirtschaftssanktionen anschließen, es handelt mit Russland, und zwar nicht nur Gas, sondern auch Technologie und Güter. Wenn Deutschland richtig mitzieht, macht das einen viel größeren Eindruck auf den Kreml.
Jamie Shea
Ehemaliger stellvertretender Generalsekretär, zuständig für neue Sicherheitsherausforderungen in der NATO-Zentrale in Brüssel

"Glücklicherweise hat Olaf Scholz bestätigt, dass er bereit ist, die Nord-Stream-Pipeline in das Sanktionspaket aufzunehmen. Das ist das Wichtigste, weil es eine extrem wichtige zukünftige Einnahmequelle für Russland betrifft."

Seit 2014, seit der russischen Annexion der Krim kämpft die ukrainische Armee gegen pro-russische Separatisten im Donbass im Osten des Landes. Der Konflikt mit Russland hat mehrere Ebenen, auch hier könne Diplomatie ansetzen.

Die Gespräche im Normandie-Format mit den Russen, Ukrainern und Deutschen, das könnte Putin sagen: "Okay, lasst uns im Donbass vorankommen. Lasst uns eine eine politische Lösung anstreben."
Jamie Shea
Ehemaliger stellvertretender Generalsekretär, zuständig für neue Sicherheitsherausforderungen in der NATO-Zentrale in Brüssel

Putin kritisiert immer wieder, dass der Prozess über die Rechte der russischsprachigen Bevölkerung dort eingefroren wurde. Glücklich ist er nicht darüber. Wenn wir also etwas Bewegung in die Sache bringen und Putin sagt: "Gut, ich habe mit der Wiederaufnahme dieses Prozesses etwas gewonnen, jetzt kann ich mit dem ganzen militärischen Getue aufhören"."

Eine Reihe von NATO-Staaten will ihr Militär in Osteuropa verstärken, anderen wollen Waffen liefern. Die US-Regierung hat etwa 8500 Soldaten in erhöhte Bereitschaft versetzt.

Der Trick ist ist, dass man bereit ist, sein Territorium zu verteidigen, aber nicht notwendigerweise sofort Truppen schicken muss. Niemand will einen Vorwand für einen russischen Angriff liefern.
Jamie Shea
Ehemaliger stellvertretender Generalsekretär, zuständig für neue Sicherheitsherausforderungen in der NATO-Zentrale in Brüssel

"Putin darf keinen Vorwand bekommen, um zu behaupten, er verteidige Russland gegen eine Bedrohung. Es wird also sehr wichtig sein, hier das richtige Gleichgewicht zu finden."