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Donau nahe Tiefststand, Landwirte verzweifelt: So schlimm ist die Dürre in Rumänien

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Von Euronews  mit EBU/RTV
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Apokalyptische Landschaften in Rumänien
Apokalyptische Landschaften in Rumänien   -   Copyright  EBU/TVR

Rumänien leidet unter einer beispiellosen Dürre. Deutlich sichtbar wird der Wassermangel am größten Fluss des Landes: Der Pegel der Donau nähert sich einem neuen historischen Tiefstand.

Aufgrund der extremen Dürre haben sich Sandbänke gebildet, die die Schifffahrt erschweren. Stromabwärts am Staudamm Eisernes Tor 2 an der Grenze zwischen Serbien und Rumänien ist der Pegel so niedrig, dass die Wracks gesunkener Schiffe sichtbar werden.

Im Südosten des Landes, in Bazias, hat die Donau aktuell eine Durchflussmenge von 1.900 Kubikmetern pro Sekunde, was dem Stand von 2003 entspricht, als das Kernkraftwerk in Cernavoda wegen Wassermangels abgeschaltet wurde.

Der niedrigste Durchfluss der Donau wurde dort 1992 mit nur 1580 Kubikmetern pro Sekunde gemessen.

Die Weizendrescher stehen still

Der Kreis Vrancea im Osten des Landes in der Region Moldau gehört zu den Bezirken, die besonders stark von der Trockenheit betroffen sind.

Der Boden ist trocken und rissig, ein Drittel der Anbauflächen zerstört. Die Weizendrescher stehen still. Der Mais ist klein und hat keine Kolben.

Die Dürre hat alles auf dem Feld verbrannt, ohne Aussicht auf Rettung. Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums beläuft sich die Gesamtfläche, die von der Dürre betroffen ist, bisher auf rund 150.600 Hektar in 20 Bezirken.

Bewässerung hätte die Landwirtschaft in diesem Bezirk retten können, doch der Siret-Baragan-Kanal, ein bereits unter Ceausescu geplantes strategisch wichtiges Bauwerk für den Südosten Rumäniens, ist immer noch nicht fertiggestellt und kann nur zu einem Drittel genutzt werden.

Derweil sind Landwirte zum Wassersparen aufgerufen. Laut Umweltministerium sind Rumäniens strategische Stauseen zu knapp 70 % gefüllt. Genauso groß ist der aktuell von der Dürre betroffene Teil des Landes.