WHO: Bedarf an Hilfe wächst stündlich

Ein Bagger gräbt sich durch die Trümmer zerstörter Gebäude in Iskenderun im Süden der Türkei
Ein Bagger gräbt sich durch die Trümmer zerstörter Gebäude in Iskenderun im Süden der Türkei Copyright Francisco Seco/AP
Von Evelyn Laverick
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Rund 26 Millionen Menschen in der Türkei und Syrien bräuchten humanitäre Unterstützung. Vor allem im Bürgerkriegsland Syrien kommt Hilfe nur langsam an, was aber auch an der politischen Situation liegt. Die Vereinten Nationen baten um rund 375 Millionen Euro für drei Monate Syrienhilfe.

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Nach mehr als eine Woche ununterbrochener Suche nach Überlebenden ist die Zahl der Todesopfer in der Türkei und in Syrien auf über 41 000 gestiegen - und wird mit Sicherheit noch weiter steigen.

Die Weltgesundheitsorganisation nennt das Beben die schlimmste Naturkatastrophe seit 100 Jahren in der Region.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat den Bau neuer Häuser versprochen, innerhalb eines Jahres sollen in allen 10 betroffenen Regionen Tausende Neubauten entstehen.

Währenddessen arbeiten sich die Notfallteams weiter durch die Trümmerberge. Die Suche nach Überlebenden ging trotz schwindender Hoffnung auch am achten Tag nach dem Beben weiter. In der Südosttürkei wurden Medienberichten zufolge noch vier Menschen lebend unter den Trümmern geborgen. In der Provinz Kahramanmaras hätten Helfer zwei 17 und 21 Jahre alte Brüder gerettet, sie lagen demnach 198 Stunden unter den Trümmern. In der Provinz Adiyaman wurde demnach ein 18-Jähriger, der ebenfalls 198 Stunden verschüttet war, gerettet. In der Provinz Hatay wurde eine 26 Jahre alte Frau sogar nach 201 Stunden unter den Trümmern lebend gerettet, eine 35-Jährige nach 205 Stunden. 

Hilfsorganisationen und Regierungen verstärken weiter ihre Bemühungen, Hilfe in die zerstörten Gebiete zu bringen. Allein in der Türkei werden noch mehr als 13 000 Verletzte in Krankenhäusern behandelt, rund 1,6 Millionen Menschen leben in Notunterkünften.

Besonders verzweifelt ist die Lage in Syrien, wo mehr als ein Jahrzehnt Bürgerkrieg und politisches Gerangel die Hilfslieferungen erschwert und verzögert hat.

Am Dienstag passierte ein Hilfskonvoi mit 11 Lastwagen einen wieder geöffneten Grenzübergang über die türkische Grenze in den von Rebellen kontrollierten Nordwesten Syriens. Rund 26 Millionen Menschen in der Türkei und Syrien bräuchten humanitäre Unterstützung, weshalb die UNO einen Finanzierungs-Appell gestartet hat, um mit knapp 375 Millionen Euro in Syrien lebensrettende Hilfe leisten zu können - für drei Monate.

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