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Dramatische Zahlen: So viel CO2-Ausstoß haben Waldbrände in Griechenland verursacht

Ein Feuer wütet in einem Wald nahe dem Dorf Vati auf der Insel Rhodos
Ein Feuer wütet in einem Wald nahe dem Dorf Vati auf der Insel Rhodos Copyright AP Photo/Petros Giannakouris
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Von Euronews Green
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Dieser Artikel wurde im Original veröffentlicht auf Englisch

Expert:innen zufolge haben die Waldbrände in Griechenland eine Million Tonne Kohlendioxid verursacht. Soviel CO₂ geben 220,000 Autos in einem ganzen Jahr ab.

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Nach Schätzungen von Wissenschaftlern wurde durch die griechischen Waldbrände in diesem Monat bisher eine Megatonne Kohlendioxid freigesetzt. Das entspricht einer  Million Tonnen. 

Die Waldbrände, die seit dem 17. Juli in Griechenland wüten, sind nach Angaben des Kopernikus-Atmosphärenüberwachungsdienst (CAMS) die Ursache für die höchsten Emissionen des Landes in diesem Zeitraum seit 21 Jahren.

Die Insel Rhodos und die Gebiete westlich von Athen in Attika waren am stärksten von den Bränden betroffen. Der Klimawandel ist weitgehend für die Bedingungen verantwortlich, unter denen das Inferno entstanden ist.

"Die derzeitige Hitzewelle in Griechenland und im Mittelmeerraum hat das Risiko von Waldbränden erhöht, was sich in der beobachteten hohen Intensität der Waldbrände rund um das Mittelmeer widerspiegelt", sagt der leitende CAMS-Wissenschaftler Mark Parrington.

CAMS
Die durch Waldbrände verursachten CO-Emissionen in Griechend im Juli - CAMSCAMS

Der Juli 2023 wird voraussichtlich der heißeste jemals aufgezeichnete Monat sein. Und die brennenden Wälder tragen nun auch in nicht unerheblichem Maße zu der Krise bei, die sie selbst zerstört hat.

Nach dem Rechner der US-Umweltschutzbehörde entspricht eine Megatonne (auch eine Million Tonnen) Emissionen der Verschmutzung durch 222.500 in einem Jahr gefahrene Autos, 500.000 Kilogramm verbrannter Kohle oder 2,3 Millionen verbrauchter Barrel Öl.

Die CO-Emissionen zwischen dem 1. und 25. Juli in Griechenland sind fast doppelt so hoch wie im Juli 2007.

Wie wirken sich die Waldbrände auf die Luftqualität aus?

"Da der Sommer noch einige Wochen andauert, werden wir die Brandemissionen und die möglichen Auswirkungen auf die Luftqualität in der gesamten Region weiterhin genau beobachten", fügt Parrington hinzu.

Nicht nur die Menschen Griechenlands müssen sich vor der Luftverschmutzung in Acht nehmen.

Die CAMS-Prognosen für Feinstaub und andere Schadstoffe, die mit den Emissionen der Waldbrände in Verbindung stehen, haben gezeigt, dass der Rauch über das Mittelmeer nach Süden transportiert wird. Dies wurde durch sichtbare Bilder der Rauchfahnen von verschiedenen Satelliten bestätigt.

Es zeigt, wie sich diese Waldbrände auf die Luftqualität sowohl lokal als auch im weiteren Mittelmeerraum auswirken werden, so die CAMS-Experten.

Die Beobachtung des Rauchtransports ist der Schlüssel, um geeignete Maßnahmen zur Minimierung möglicher Auswirkungen zu ergreifen, fügen sie hinzu.

Welche Umweltauswirkungen haben die Waldbrände?

AP Photo/Petros Giannakouris
Ein verbrannter Kaktusbaum in der Nähe von Gennadi auf der griechischen Insel RhodosAP Photo/Petros Giannakouris

Es wird einige Zeit dauern, bis die Umweltauswirkungen der Waldbrände in Griechenland und anderen südeuropäischen Ländern in diesem Sommer vollständig erfasst sind.

Das Europäische Waldbrandinformationssystem (EFFIS) - ein weiterer CAMS-Dienst - berichtet, dass bis zum 22. Juli mehr als 173 000 Hektar Wald in der EU vernichtet wurden. Das ist mehr als das Doppelte von 80 000 Hektar, die durchschnittlich von 2003 bis 2022 dem Feuer zum Opfer gefallen sind.

Neben der enormen Menge Kohlendioxid bereitet vielen Umweltschützern auch der Verlust der Artenvielfalt in diesen empfindlichen Ökosystemen zunehmend Sorgen.

Anfang dieser Woche beschrieb der griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis die Lage mit dramatischen Worten: Das Land befinde sich "im Krieg". "Die Klimakrise ist bereits da, sie wird sich überall im Mittelmeerraum mit größeren Katastrophen manifestieren", sagte Mitsotakis vor dem griechischen Parlament.

Heute fügte er hinzu: "Die Klimakrise mag eine Realität, aber sie darf keine Ausrede sein."

"Unser Land sollte mehr Schritte unternehmen [...], um bereit zu sein, die Auswirkungen einer Realität so weit wie möglich abzumildern, die wir bereits zu spüren beginnen und die dramatische Auswirkungen auf viele verschiedene Aspekte unseres wirtschaftlichen und sozialen Lebens haben könnte", so der griechische Regierungschef weiter.

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