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Schwimmende Solarparks: nachhaltig und immer kostengünstiger

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Schwimmende Solarparks: nachhaltig und immer kostengünstiger
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In der Nähe der niederländischen Stadt Zwolle wurde im vergangenen Jahr auf einem 18 Hektar großen Baggersee ein schwimmender Solarpark gebaut. Er produziert sechs Prozent des Energiebedarfs der Stadt. Solaranlagen auf Baggerseen sind nichts Neues. Aber an den größten schwimmenden Solarpark außerhalb Asiens hat man hohe Erwartungen: Eine lange Lebensdauer, Robustheit gegen Wind und Wetter sowie eine gute Ökobilanz. Hightech mit einem einzigartigen Design ist das Thema dieser Sci-tech-Folge.

Hightech mitten in der Natur

Solarenergie spielt bei der Erzeugung von sauberem Strom, der CO2-Emissionen auf den Märkten weltweit verringert, eine wesentliche Rolle. Während Fotovoltaikanlagen bislang zumeist boden- oder dachmontiert waren, bieten schwimmende Solarparks einen alternativen Ansatz für Regionen und Länder mit einer intensiven Landnutzung bzw. einer geringen Verfügbarkeit von Land. Die Niederlande gehören zu den Ländern, die diese Form der Stromerzeugung nutzen.

73.000 Solarpanels, 13 Transformatoren und 338 Wechselrichter: Das schwimmende 27,4 MWp-Solarprojekt im Bomhofsplas ist ein Musterbeispiel dafür, wie ein Baggersee als Standort für diese relativ neue Anwendungsform von Solarenergie dienen kann. Das Projekt wurde im Frühjahr 2020 in acht Wochen abgeschlossen.

"Die schwimmende Solaranlage funktioniert wie ein Solarpark an Land, oder wie Sonnenkollektoren auf dem Dach", erklärt Willem Biesheuvel, Projektmanager Floating Solar, BayWa r.e.."Bei uns sind die Solarmodule auf einer Basis aus vier Schwimmkörpern montiert. Über den Schwimmern gibt es eine Stahlkonstruktion - wie ein Dach."

Erneuerbare Energielösungen für bisher ungenutzte Orte

Das Projekt wurde von BayWa r.e. umgesetzt, einem europäischen Solarenergie-Anbieter. Das deutsche Unternehmen ist weltweit tätig. Es entwickelt erneuerbare Energielösungen für bisher ungenutzte Orte - wie diesen Baggersee in den Niederlanden.

"Das hat den wesentlichen Vorteil, dass wir in Ländern, wo wir eine dichte Population haben, aber wenig verfügbares Land, Land nutzen können, dass sonst keiner sinnvollen Nutzung mehr zur Verfügung steht", sagt Benedikt Ortmann, Global Director Solar Projects, BayWa r.e.. "Und wenn wir uns die Anlagen in Osteuropa wie zum Beispiel in Polen anschauen, können wir beweisen, dass wir erstmals Solarenergie zu den gleichen Kosten und sogar günstiger produzieren, als das heute mit Gas, Kohle oder Öl möglich ist."

Ein wichtiger Aspekt, denn die Investitionskosten für regenerative Energiesysteme sind immer noch hoch. Durch den Einsatz modernster Komponenten wird der Solarpark hocheffizient und langlebig. Das senkt langfristig die Kosten für Verbraucher und Anbieter.

"Der Zauber der erneuerbaren Energie ist, der Brennstoff – die Sonne, der Wind – kommen kostenlos", so Benedikt Ortmann. "D.h. je länger wir einen solchen Solar- oder Windpark betreiben können, desto billiger wird der Strom, der dabei produziert wird. Das erfordert von uns, dass wir möglichst langlebige Komponenten verwenden."

Schlüsselkomponente Wechselrichter

Eine der Schlüsselkomponenten eines jeden Solarparks sind die Wechselrichter, in Bomhofsplas stammen sie von Huawei. Diese wandeln den Gleichstrom aus den Solarmodulen in Wechselstrom um, welcher dann ins Stromnetz eingespeist wird, um Haushalte zu versorgen. Willem Biesheuvel sagt:

"Im Moment verwenden wir leistungsstärkere Wechselrichter, sodass wir weniger Wechselrichter im System benötigen und dadurch Platz und Kosten sparen."

Dieser riesige schwimmende Solarpark hat eine Lebensdauer von mindestens 30 Jahren. Der Großteil des verwendeten Materials ist recycelbar:

"Diese Art von Innovation ist der Schlüssel zur Energieversorgung der Zukunft", meint Willem Biesheuvel. "Das ist der erste Schritt in diesem Prozess. Die nächsten Schritte sind natürlich Solarparks auf größeren Seen oder sogar auf dem Meer."