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Protestierende Palästinenserinnen

Zehntausende Palästinenser haben im Gazastreifen gegen Israels Annexionspläne im Westjordanland protestiert. Viele von ihnen hielten die palästinensische Fahne hoch und skandierten Parolen gegen Israel und die USA.

Unter den Teilnehmern der Großkundgebung in der Stadt Gaza war auch Jihia al-Sinwar, Chef der im Gazastreifen herrschenden islamistischen Hamas.

Der Koalitionsvertrag der israelischen Regierungsparteien sah für Mittwoch die Möglichkeit erster Annexionsschritte vor. Offen blieb zunächst, ob es dazu kommen würde.

Der bewaffnete Arm der Hamas hatte eine Entscheidung für eine Annexion als Kriegserklärung bezeichnet. Militante Palästinenser haben am Mittwoch zu einem "Tag des Zorns" aufgerufen.

Khalil Hamra/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved.
Geistliche bei ProtestkundgebungKhalil Hamra/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved.

Israels Regierung nimmt als Grundlage für eine Annexion einen US-Plan. Dieser sieht vor, dass Israel sich rund 30 Prozent des 1967 im Sechstagekrieg eroberten Westjordanlands aneignen kann.

Die restlichen 70 Prozent sollen Teil eines Palästinenserstaates werden, allerdings unter strengen Auflagen.

Die Palästinenser lehnen den Plan entschieden ab, aus ihrer Sicht wird Israel bevorzugt. Auch international ist der Plan höchst umstritten. Viele Beobachter sorgen sich, dass einseitige Schritte Israels Gewalt bis hin zu einem neuen Palästinenseraufstand nach sich ziehen könnten.