Die Welt im Krisenmodus: Was erreichen wir im Jahr 2023?

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Wieder Frieden in Europa, mehr politisches Handeln gegen die Klimakrise, eine bezahlbare Energieversorgung - das sind sicherlich die wichtigsten Ziele für Europa für das Jahr 2023.

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Wieder Frieden in Europa, den Volkswirtschaften helfen, sich zu erholen, eine angemessene und bezahlbare Energieversorgung sicherstellen - das sind die nächsten, wichtigsten Ziele für Europa.

Mehr denn je gilt es, Spaltungen zu überwinden, um gemeinsam stärker zu sein und den Bürgerinnen und Bürgern Wohlstand und Stabilität zurückzugeben. Werfen wir einen Blick auf das Jahr 2023.

Wann und wie der Krieg gegen die Ukraine enden wird, kann niemand sagen. Der Preis, der dafür zu zahlen ist, könnte für alle hoch sein, auch für die westlichen Verbündeten, die wirtschaftliche und soziale Folgen zu tragen haben. Dies ist eine weitere Motivation für die internationale Diplomatie, Frieden und Wiederaufbau zu erreichen.

Als Folge der russischen Invasion stehen die wirtschaftlichen Pläne vor komplexen Herausforderungen: Energiepreisobergrenzen, Versorgungsengpässe, hohe Inflation – all das schwächt die Kaufkraft der Privat-Haushalte. Es sind koordinierte Maßnahmen erforderlich, um Energie bezahlbar zu machen und wirtschaftliche Stabilität zu gewährleisten.

Im Oktober hob die Europäische Zentralbank erneut die Zinssätze an und kündigte weitere Erhöhungen an, um die steigende Inflation zu bekämpfen. Präsidentin Christine Lagarde warnte vor einer drohenden Rezession in der Eurozone. Die EZB will die Rekord-Inflation eindämmen, die Folge des russischen Kriegs gegen die Ukraine verursacht wurde.

Auf der UN-Artenschutzkonferenz in Montreal wurden konkrete Maßnahmen ergriffen, um den Eingriff in die Natur einzdämmen (30 Prozent der geschädigten Ökosysteme sollen bis 2030 unter Schutz gestellt werden). Gleichzeitig soll die Hilfe für die Entwicklungsländer aufgestockt werden. Das sind erste Schritte, um die Entwicklung des Planeten umzukehren und Arbeitsplätze und Wohlstand zu schaffen.

Menschen fliehen weiterhin vor Krieg, Armut und Klimakatastrophen: Der Umgang Europas mit den Menschen, die auf dem Kontinent ankommen, spaltet die Regierungen weiterhin. Brüssel hat kürzlich angekündigt, dies alles besser koordinieren zu wollen - ein erster Schritt zu einer echten, gemeinsamen Reform.

In Griechenland wird seit der Brüsseler Finanzkrise zum ersten Mal gewählt. Doch EU-Reformen und Privatisierungen könnten für die Wähler:innen einen bitteren Beigeschmack haben.

Wegen des Angriffskrieges ist es nicht einfach, eine Prognose für die Wahlen in der Ukraine im Herbst abzugeben. Oder, ob diese überhaupt stattfinden werden.

Auch in Polen finden im Herbst Parlamentswahlen statt. Die ultrakonservative PiS-Partei, die seit 2015 an der Macht ist, kämpft gegen die höchste Inflation seit den 90er Jahren und weitere Krisen im Land.

Findet in Spanien im Jahr 2023 ein politischer Wandel statt? Können die Sozialisten an der Macht bleiben oder gibt es eine Mehrheit für die Volkspartei? Die Regierung um Ministerpräsident Pedro Sanchez verteidigt ihr Krisenmanagement, doch die Wirtschaft kämpft gegen die hohe Inflation und steigende Energiepreise.

Am 1. Januar tritt Kroatien als 20. Mitglied der Eurozone bei und wird gleichzeitig in den Schengen-Raum aufgenommen. Finanzminister Marko Primorac erwartet, dass die Einführung des Euro die Wirtschaft stärker machen und das Land vor Krisen schütze werde.

In Brasilien steht der neu gewählte Präsident Lula da Silva vor einer schwierigen Amtszeit: Er muss eine tief gespaltene Nation vereinen - ohne eine Mehrheit im Kongress.

Im Januar sollen auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos Lösungen gefunden werden, um Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zu helfen, die vielen derzeitigen Herausforderungen zu bewältigen.

Ebenfalls im Januar feiern Frankreich und Deutschland den 60. Jahrestag des Elysée-Vertrags - der die Grundlage für die deutsch-französische Partnerschaft nach dem Zweiten Weltkrieg bildete. Die Beziehungen zwischen Paris und Berlin waren in der vergangenen Zeit sehr angespannt - vor allem in den Bereichen Energie und Verteidigung.

In der Westminster Abbey in London - dem Ort jeder Krönung seit 1066 - findet die Krönung von King Charles statt. Die Zeremonie werde jedoch einen modernen, in die Zukunft gerichteten Touch haben, kündigte der Palast an. Auch Queen Consort wird dann, in einer kleineren Zeremonie, gekrönt. Das britische Kabinett hat für die Krönungsfeierlichkeiten den 8. Mai als Feiertag genehmigt.

Nach dem Sieg von Kalush-Orchester in Turin sollte die Ukraine eigentlich Gastgeber für den ESC 2023 sein. Aufgrund der russischen Invasion wird der Eurovision Song Contest jedoch von der englischen Stadt Liverpool ausgerichtet.

Im Mai findet der G7-Gipfel im japanischen Hiroshima statt. Wegen der russischen Aggression gegen die Ukraine und Andeutungen über einen möglichen Einsatz von Atomwaffen beschloss Japans Ministerpräsident Fumio Kishida, dass Hiroshima der beste Ort sei, um über internationalen Frieden und nukleare Abrüstung zu diskutieren.

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Im Juni steht die Türkei vor sehr wichtigen Wahlen. Der amtierende Präsident Recep Tayyip Erdogan will für die Präsidentschafts- und Parlamentswahlen erneut kandidieren.

Im Sommer richten Australien und Neuseeland gemeinsam die Frauen-Weltmeisterschaft im Fußball mit 32 Nationen aus. Der Wettbewerb wurde bisher von den USA, Deutschland, Japan und Norwegen gewonnen.

Im September treffen sich die G20-Staaten in Indien. Das Thema "Vasudhaiva Kutumbakam" ("Eine Erde, eine Familie, eine Zukunft") stammt aus dem alten Sanskrit-Text der Maha Upanishad. Im Wesentlichen bekräftigt es den Wert allen Lebens - Menschen, Tiere, Pflanzen und Mikroorganismen - und ihre Verflechtung auf dem Planeten Erde.

Und schließlich findet am Ende des Jahres in den Vereinigten Arabischen Emiraten die Weltklimakonferenz COP28 statt. Hierbei gilt: Zusammenarbeit ist unverzichtbar, wenn wir das Blatt in der Klimakrise noch wenden wollen.

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