Mehr Geld dank TikTok - der Trend, der Ihre Finanzen dieses Jahr retten könnte

Gefälschte 350-Millionen-Pfund-Noten hängen an einem "Magic Money Tree" vor den Houses of Parliament in London, Dienstag, 7. Januar 2020
Gefälschte 350-Millionen-Pfund-Noten hängen an einem "Magic Money Tree" vor den Houses of Parliament in London, Dienstag, 7. Januar 2020 Copyright Matt Dunham/Copyright 2020 The AP. All rights reserved
Von Indrabati Lahiri
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Dieser Artikel wurde im Original veröffentlicht auf Englisch

Wie der TikTok-Trend #loudbugeting dafür sorgen könnte, dass Ihnen mehr Geld zur Verfügung steht.

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Sparen war für die meisten Menschen noch nie so wichtig wie heute, da die Inflation in ganz Europa nach wie vor relativ hoch ist und die Kosten für Dinge des täglichen Bedarfs wie Lebensmittel weiter steigen.

Dies hat dazu geführt, dass viele Menschen bei Luxusgütern und nicht lebensnotwendigen Ausgaben wie Alkohol, Restaurantbesuchen und anderem Luxus Abstriche machen müssen.

Der soziale Druck, beispielsweise abends auszugehen, besteht aber weiter, vor allem, weil die sozialen Medien immer noch den Eindruck erwecken, dass alle, die wir kennen, ein ausschweifendes Leben leben.

Es kann auch unangenehm oder gar peinlich sein, Freunden, Freundinnen und Verwandten eine Absage zu erteilen, wenn es um gesellige Zusammenkünfte oder andere Aktivitäten geht, für die man nicht unbedingt Geld ausgeben möchte.

TikTok-Trend "loud bugdeting"

Hier kommt der neueste TikTok-Trend ins Spiel, der behauptet, dass man damit die Kontrolle über seine Finanzen zurückgewinnen könne: das sogenannte "loud budgeting".

Der Comedian und Autor Lukas Battle hat TikTok und andere Social-Media-Plattformen Anfang des Jahres 2024 im Sturm erobert. Es geht darum, offen und deutlich zu sagen, dass man zwar Geld hat, es aber nicht ausgeben will.

Auf diese Weise gelingt es den Menschen nicht nur, die Tabus rund um das Thema Geld abzubauen, sondern auch feste Ziele und Grenzen für sich selbst zu setzen.

"Authentisch zu sein und sich Grenzen zu setzen, wenn es darum geht, wie wir unser Geld ausgeben, und dies auch nach außen zu kommunizieren, führt dazu, dass wir mehr Geld sparen und mehr Schulden abbezahlen", erklärt Alaina Fingal, Inhaberin der Budgetierungs-Website The Organised Money, wie CNET Money berichtet.

Es geht darum, Prioritäten zu setzen

Es geht jedoch nicht darum, überhaupt nicht auszugehen oder jede Einladung zum Essen auszuschlagen. Vielmehr geht es darum, die Einladungen zu priorisieren, die man wirklich annehmen möchte. Nicht ja sagen sollte man zu denjenigen, bei denen man sich unter Druck gesetzt fühlt.

"Es gibt einen großen Druck, Geld auszugeben, vor allem, wenn man so viele Produkte sieht, die einem ständig angepriesen werden, oder Lebensstile, die nicht wirklich erreichbar sind", so Battle gegenüber CNBC.

"Lasst uns eine Botschaft an die Unternehmen über die nationale Inflationsrate senden. Lasst uns einen Standpunkt einnehmen. Es heißt nicht 'Ich habe nicht genug', sondern 'Ich will nicht ausgeben.'"

Warum sollten Sie "loud budgeting" ausprobieren?

Beim "loud budgeting" (der "lauten Budgetierung") geht es darum, finanzielle Ziele und Hoffnungen offen anzusprechen und mit anderen darüber zu kommunizieren. So kann man sich in gewisser Weise von den gesellschaftlichen Erwartungen in Bezug auf Geld und Lebensstil lösen, um seine eigenen Ziele und Bedürfnisse in den Vordergrund zu stellen.

Wenn man also eine Einladung oder ein Treffen ablehnt, kann man genau begründen, warum man das Geld sparen will und wofür man es lieber ausgeben würde.

Dabei kann es sich um kleinere Ziele handeln, wie das Sparen für einen besonderen Anlass oder einen bestimmten Kauf, oder um größere, wie ein Haus oder einen luxuriösen Urlaub. Es kann auch darum gehen, anderen wichtigeren oder dringenden Zahlungen wie Hypotheken, Studienkrediten und anderen Arten von Schulden Vorrang einzuräumen.

Die finanzielle Gemeinschaft

Auf diese Weise wird auch ein Gefühl der finanziellen Gemeinschaft und der Integration gefördert, indem man sich darüber austauscht und anerkennt, dass viele Menschen Schulden haben, mit den Lebenshaltungskosten kämpfen oder es aus verschiedenen Gründen vorziehen, einen Finanzrahmen einzuhalten. Auf diese Weise wird auch die soziale Isolation und die Angst, etwas zu verpassen verringert. Diese Angst wird auf Englisch seit 2004 als FoMO - Fear of Missing Out bezeichnet.

Darüber hinaus könnte die Praxis, als Gesellschaft und Gemeinschaft offener mit dem Thema Geld umzugehen, auch zu mehr gemeinsamen Zielen sowie zu Tipps und Plänen zu deren Erreichung führen. Die Menschen könnten auch feststellen, dass sie mehr Unterstützung aus Freundeskreis und Familie erhalten, während sie gleichzeitig mehr Verantwortung für sich selbst übernehmen und sich somit eher an ihr Budget halten.

Auf TikTok teilen Influencerinnen wie Jenny Park (@mohaewithjennypark) und Shanna Miller (@shannatravels) ihre Finanztipps, darunter die Maximierung der Altersvorsorge und "Dupe"-Reiseziele - vermeintlich preiswertere, weniger massentouristische Reiseziel-Duplikate.

Tipps für "loud budgeting"

"Loud budgeting3 kann Ihnen helfen, alles zu bewältigen, von der Rückzahlung von Studienkrediten bis hin zur Begleichung Ihrer Steuern und Kreditkartenrechnungen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, dies zu praktizieren, z. B. sich mit Freundinnen und Freunden auf einen Kaffee zu treffen oder ein alkoholfreies Essen zu planen, um Geld für Alkohol zu sparen.

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Einige Leute entscheiden sich auch für preiswertere Treffen ohne teure Restaurants, wie z. B. ein Picknick oder einen Spaziergang im Park. 

In der Familie kann man schon früh "loud budgeting" praktizieren, indem man den Kindern von klein auf gesunde finanzielle Gewohnheiten und Werte vermittelt. Klare Sparziele, sowohl für den Einzelnen als auch für die Familie, können ebenso hilfreich sein wie die Dokumentation der Ausgaben in einem Haushaltsbuch oder einer App, um den Überblick über die Ausgaben zu behalten.

Das Mitbringen des eigenen Mittagessens zur Arbeit, der Kauf von Supermarktmarken oder No-name-Produkten oder das Planen von Ausflügen rund um die Happy Hour können allesamt kleine Möglichkeiten sein, die eigenen finanziellen Ziele zu erreichen.

Es ist jedoch wichtig, dass Sie sich nicht zu sehr von gesellschaftlichen Anlässen fernhalten. Denn sonst drohen Isolation und geringe Motivation oder dass Sie als eine Art Außenseiter angesehen werden.

Wichtig ist auch, dass Sie nicht zu viele Details über Ihre persönlichen Finanzen preisgeben, z. B. wie viel Sie verdienen oder wie viel Sie gespart haben. Versuchen Sie auch, sich nicht mit den Zielen und Fortschritten anderer Menschen zu vergleichen.

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Wie können soziale Medien Ihren Finanzen schaden?

Laut einer Studie des Finanzdienstleisters SoFi gaben 74 % der 1.000 Befragten an, dass sie im Jahr 2022 etwas gekauft haben, das sie auf Instagram, TikTok oder Facebook gesehen haben. Dies waren nur 40 % mehr als im Jahr 2017.

Darüber hinaus gaben 56 % der Befragten zu, dass mehr als die Hälfte ihrer Online-Käufe impulsiv waren. Die meisten spontanen Käuferinnen und Käufer waren Millennials - die zwischen 1981 und 1996 geboren sind.

Andererseits gaben 12 % der Befragten der Generation Z (1997 - 2011 geboren) an, dass sie nie etwas impulsiv online kaufen, während 10 % der viel älteren Boomer dasselbe sagten.

Soziale Medien können auf dem Weg zum "loud budgeting" sehr hilfreich sein, vor allem durch verschiedene Challenges, wie z. B. die "eating-in"-Challenge, bei der man teure Restaurantrechnungen einsparen kann.

Andere Spar-Challenges und Tipps wie die 52-Wochen-Challenge - bei der man in der ersten Woche einen Euro spart und für den Rest des Jahres jede Woche einen weiteren Euro hinzufügt - oder das Cash Stuffing - bei dem man Bargeld in Umschlägen für verschiedene Ausgabenkategorien beiseite legt - werden ebenfalls gerne geteilt.

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In vielen Fällen sind die sozialen Medien allerdings der Grund dafür, dass die Finanzen der Menschen überhaupt an ihre Grenzen gestoßen sind, was zu einem knappen Budget geführt hat. Manchmal kann es sich auch so anfühlen, als sei das Ziehen einer Grenze beiden eigenen Finanzen die einzige Option, die einem nach übermäßigen Online-Ausgaben bleibt.

"Wenn man Instagram öffnet und routinemäßig Fotos des Freundes sieht, der jeden Monat nach Europa reist, oder fast täglich in Restaurants in der Innenstadt zu Abend isst, die 100 Dollar (91,81 Euro) pro Person kosten, kann man leicht das Gefühl bekommen, dass das Gegenteil der Fall ist, nämlich mehr Geld für einen einzigen Jahresurlaub zu sparen, und dass das kein wirkliches 'Leben' ist", sagte Yuval Shuminer, der CEO der Budgetierungs-App Piere, gegenüber CNBC.

Dieses Gefühl der Unzulänglichkeit und der Angst, etwas zu verpassen, hat sich auch durch Lifestyle-Trends wie den stillen Luxus oder virale Produkte wie die Stanley-Tassen verstärkt. Stanley Cups sind besonders teure Edelstahl-Tassen oder Trinkbecher, die Beschäftigte mit auf die Arbeit nehmen.

Der Einfluss der sozialen Medien kann sich auch darauf erstrecken, welche Art von Möbeln, Wohnkultur, Urlauben oder Kleidung man haben sollte.

Da dieser Einfluss so viele verschiedene Aspekte unseres Lebens berührt, kann es sehr schwierig sein, zu wissen, wo die Grenze zu ziehen ist.

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Letztendlich geht es jedoch darum, für ein besseres Morgen zu arbeiten, und dafür scheinen sich Millennials und die Generation Z zu begeistern.

Dies hat auch zu einem Paradigmenwechsel bei den beliebtesten persönlichen Finanzthemen der vergangenen Jahre geführt, es geht um Tipps zum Sparen und zum Haushaltsplan - und nicht mehr darum, wie man schnell zu Geld kommt.

Haftungsausschluss: Diese Informationen stellen keine Finanzberatung dar. Recherchieren Sie immer selbst, um sicherzustellen, dass sie für Ihre spezifischen Umstände geeignet sind. Denken Sie auch daran, dass wir eine journalistische Website sind und versuchen, die besten Anleitungen, Tipps und Ratschläge von Experten zu geben. Wenn Sie sich auf die Informationen auf dieser Seite verlassen, tun Sie dies ausschließlich auf eigenes Risiko.

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