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20 Jahre Wladimir Putin in 20 Fotos

20 Jahre Wladimir Putin in 20 Fotos
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In der berühmten Neujahrsansprache, in der Boris Jelzin am 31. Dezember 1999 seinen Rücktritt erklärte, erfuhr die internationale Öffentlichkeit den Namen von Wladimir Putin. Jelzin machte den damals 47-jährigen Ex-KGB-Offizier, der einige Jahre in der DDR gelebt hatte, zum Regierungschef.

Jetzt blickt die Welt zurück auf 20 Jahre Wladimir Putin und auf die Ereignisse, die seine Amtszeiten geprägt haben. Überschattet ist diese Zeit von vielen Konflikten wie dem Krieg in der Ukraine mit mehr als 10.000 Toten, aber auch von Terrorakten wie dem Geiseldrama von Beslan.

1 - Ende des Zweiten Tschetschenienkriegs

AP / Yuri Tutov
Grosny im Dezember 2000AP / Yuri Tutov

Zehn Jahre lang - von 1999 bis 2009 - dauerte der Zweite Tschetschenienkrieg zwischen islamistischen Rebellen und russischen Truppen. Wladimir Putin schickte russische Truppen nach Tschetschenien, nachdem der Aufständische Schamil Bassejew einen Überfall auf die Nachbarrepublik Dagestan organisiert hatte.

Überschattet wurde der Konflikt von Terroranschlägen - auch in Moskau - sowie von zahlreichen Menschenrechtsverletzungen beider Seiten. Zunächst wollte Moskau in Tschetschenien auch den aus Russlands Sicht illegalen tschetschenischen Präsidenten Aslan Maschadow von der Macht entfernen.

Am 10. Juli 2006 wurde einer der Anführer, Schamil Bassajew, vom Inlangsgeheimdienst FSB in Inguschetien getötet. Der Krieg endete mit einer weitergehenden Selbstverwaltung Tschetscheniens unter dem umstrittenen Präsidenten Ramsan Kadyrow.

2 - Untergang der Kursk

Im August 2000 waen es einige der traurigsten Stunden Russlands: die Namen der Opfer standen minutenlang auf Bildern des russischen Staatsfernsehens geschrieben, nachdem das von zwei Atomreaktoren angetriebene U-Boot Kursk in der Barentsee gesunken war. Trotz tagelanger Versuche gelang es nicht, die 118 Männer an Bord zu retten. Viele von ihnen waren sehr jung. Warum das Atom-U-Boot unterging, ist auch Jahrzehnte nach der Tragödie nicht völlig geklärt.

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Russisch-norwegische Rettungsaktion im Jahr 2000AP / Pool

3 - Russische Raumstation Mir

Eigentlich für sieben Jahre geplant - war die russische Weltraumstation Mir ("Frieden") am Ende 15 Jahre lang im Einsatz und gilt als eines der Erfolgsprojekte der sowjetischen und russischen Raumfahrt. Von 1986 bis 2001 wurden zahlreiche Experimente durchgeführt, bis die 130 Tonnen schwere Mir über dem Südpazifik verglühte.

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Raumstation Mir im September 1996AP / NASA Tv

4 - Geiselnahme im Dubrowka-Theater

Unter den Geiselnehmern im Dubrowka-Theater in Moskau waren sogenannte "schwarze Witwen". Sie drohten im Oktober 2002 mit der Ermordung der mehr als 800 Besucher und Darsteller des Musicals "Nordost".

Nach mehreren Tagen unfruchtbarer Verhandlungen - die Geiselnehmer forderten den Rückzug der russischen Truppen aus Tschetschenien - wurde vor der Erstürmung Gas in das Theater eingeleitet. 130 Geiseln starben - die meisten durch das Gas.

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Terrroranschlag in Moskauer Theater im Oktober 2002AP / Dmitry Lovetsky

5 - Blutige Geiselnahme von Beslan

Am ersten Schultag nach den Sommerferien - Anfang September 2004 - haben islamistische Angreifer Kinder und Eltern der Grundschule von Beslan im Kaukasus als Geiseln genommen. Vieles ging schief, als russische Sondereinheiten versuchten, die Geiseln zu befreien. Mehr als 300 Menschen kamen ums Leben, darunter waren mehr als 180 Kinder. Anlässlich des 15. Jahrestages der Geiselnahme gab es eine bewegende Gedenkzeremonie.

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Geiselnahme in einer Schule in Beslan im September 2004AP / Ivan Sekretarev

6 - Mord an Journalistin Anna Politkowskaja

Am 7. Oktober 2006 wurde die Investigativ-Journalistin Anna Politkowskaja vor ihrem Haus in Moskau erschossen. Sie arbeitete für die Zeitung Novaïa Gazeta, berichtete auch über den Konflikt mit Tschetschenien. Zwei Männer wurden wegen des Mordes verurteilt - doch die Hintergründe bleiben bis heute im Dunkeln. Ihre KollegInnen haben Anna Politkowskaja nicht vergessen.

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Trauer um Anna Politkowskaja im Oktober 2006AP / Sergey Ponomarev

7 - Georgienkrieg

Im August 2008 versuchte Georgien, Südossetien zurückzuerobern, Russland schaltete sich in den Konflikt ein - um Südossetien und Abchasien zu verteidigen. Laut UN-Angaben flohen etwa 158.000 Menschen vor den Kampfhandlungen. Seit dem Ende des Kriegs gehören Südossetien und Abchasien zwar formal weiter zu Georgien, sind aber de facto unter russischer Dominanz.

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Zivilisten auf der Flucht aus Zhinwali in Georgien im August 2008AP /Sergey Grits

8 - Bolotnaja-Proteste

Am 6. Mai 2012 demonstrierten auf dem Bolotnaja-Platz in Moskau zahlreiche Russen gegen Wahlmanipulatiion und gegen die Rückkehr von Wladimir Putin ins Präsidentenamt, nachdem er vorübergehend Ministerpräsident war, weil die Verfassung nur zwei aufeinanderfolgede Amtszeiten als Staatschef erlaubt. Allein an diesem Tag wurden mehr als 400 Protestierende festgenommen, mehr als 20 wurden zu langen Gefängnisstrafen verurteilt, einige landeten in der Psychiatrie.

Dennoch gab es in den folgenden Monaten weitere Proteste.

AP / Sergey Ponomarev
Proteste in Moskau 2011AP / Sergey Ponomarev

9 - Olympische Spiele von Sotschi

Die Olympischen Winterspiele von Sotschi im Februar 2014 waren mit 40 Milliarden Euro die bisher teuersten überhaupt. Wladimir Putin verbringt seitdem immer wieder Zeit in seiner Residenz in der Stadt mit 400.000 Einwohnern. Und der Präsident lädt auch oft ausländische Staatsgäste ans Schwarze Meer ein.

AP / Bernat Armangue
Olympische Spiele in Sotschi 2014AP / Bernat Armangue

10 - Ukraine-Konflikt

Seit Februar 2014 wird der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine um die Kontrolle über die Donbass-Regionen Donetsk und Luhansk mit Waffengewalt ausgetragen. Zunächst bestritt Moskau, dass russische Soldaten im Osten der Ukraine kämpfen, von "grünen Männchen" war die Rede. Russland unterstützt pro-russische Milizen. Trotz Verhandlungen unter internationaler Vermittlung und dem Minsker Abkommen flammen die Kämpfe immer wieder auf.

In den vergangenen Jahren hat der Krieg im Donbass 200.000 Menschen in die Flucht getrieben, laut UN wurden 10.000 Menschen getötet – viele davon sind immer wieder Zivilisten. Die Menschen im Donbass haben lernen müssen, mit dem Krieg zu leben.

AP / Mstislav Chernov
Pro-russische Einheiten am Flughafen DonetskAP / Mstislav Chernov

11 - Annexion der Krim

Schon 2008 soll Wladimir Putin US-Quellen zufolge gesagt haben, dass im Fall der NATO-Mitgliedschaft der Ukraine die Krim und der Donbass abgespalten und zu Russland gehören würden. Ab Februar 2014 besetzten separatistische Kräfte das Regionalparlament. Bei einem von der internationalen Staatengemeinschaft nicht anerkannten Referendum stimmten im März 2014 96,77 % der Wähler für den Anschluss der Krim an Russland. Wenige Tage später machte Wladimir Putin die Eingliederung der Krim in die Russische Föderation offiziell.

Allerdings gehört die Halbinsel mit ihren 2,3 Millionen Einwohnern - obwohl viele inzwischen einen russischen Pass haben und leichter nach Moskau reisen können als nach Kiew - völrkerrechtlich zur Ukraine.

AP / Vadim Ghirda
Feier nach der Annexion der Krim in Simferopol 2014AP / Vadim Ghirda

12 - Russisches Eingreifen in Syrien

Seit September 2015 unterstützt Russland vor allem mit Luftangriffen die syrische Armee von Bashar al-Assad. Moskau ist maßgeblich dafür verantwortlich, dass Assad immer mehr Gebiete vom sogenannten "Islamischen Staat", aber auch von anderen Regierungsgegnern zurückerobern konnte.

Im Oktober 2019 vereinbarte Wladimir Putin mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan eine Waffenruhe für Nordsyrien. Dabei zählt Erdogan eigentlich zu den Assad-Gegnern. Putin hat seine Vormachtstellung im Nahen Osten unter Beweis gestellt.

Bei den andauernden russischen Luftangriffen werden auch Zivilisten getötet. Zuletzt waren laut UN-Angaben etwa 200.000 Menschen, die oft schon aus anderen Regionen geflohen waren, aus der umkämpften Region Idlib auf der Flucht.

Russisches Verteidiungsministerium via AP
Russischer Soldat in Palmyra im April 2016Russisches Verteidiungsministerium via AP

13 - Eurasische Wirtschaftsunion

Russland, Weißrussland und Kasachstan sind Gründungsmitglieder der Eurasischen Wirtschaftsunion 2014 - wenig später traten Armenien und Kirgistan bei. Etwa wie die EU wollen die Länder ihre Wirtschaftspolitik koordinieren und den Austausch erleichtern.

AP /RIA-Novosti, Mikhail Klimentyev, Presidential Press Service
Fünf Staats- und RegierungschefsAP /RIA-Novosti, Mikhail Klimentyev, Presidential Press Service

14 - Ermordung von Boris Nemzow

Am Abend des 27. Februar 2015 wurde der Oppositionspolitiker Boris Nemzow auf der Große Moskwa-Brücke in der russischen Hauptstadt von hinten erschossen.

Unter Jelzin hatte Nemzow als Regierungsmitglied marktwirtschaftliche Reformen in Russland unternommen. Später wurde er zum Putin-Kritiker und -Gegner.

2017 wurden fünf Männer zu langen Haftstrafen verurteilt. Jedes Jahr im Februar gibt es Gedenkmärsche für Nemzow.

AP / Pavel Golovkin
Nach dem Mord an Boris Nemzow am 28. Februar 2015AP / Pavel Golovkin

15 - FIFA World Cup

Im Juni und Juli 2018 fand die Fußball-Weltmeisterschaft in Russland statt - mit einem hervorragenden Abschneiden der russichen Elf, die Gastgeber erreichten das Viertelfinale. Im Endspiel gewann Frankreich gegen Kroatien.

AP / Alexander Zemlianichenko
Russische Fans beim Public Viewing in Moskau im Juni 2018AP / Alexander Zemlianichenko

16 - Brücke zur Krim

Pläne für eine Brücke über die Straße von Kertsch gab es schon seit 2013, doch nach der Annexion der Krim durch Russland trieb die Regierung in Moskau das Bauprojekt möglichst schnell voran. Der russische Staat finanzierte die 19 Kilometer lange Brücke mit 3 Mrd. Euro. Wladimir Putin hat sowohl die Straßenverbindung im Mai 2018 als auch die Bahnverbindung im Dezember 2019 persönlich eingeweiht.

AP / Yuri Kochetkov
Bauarbeiten zur Brücke zwischen Russland und der KrimAP / Yuri Kochetkov

17 - Doping-Skandal

Die internationale Doping-Behörde WADA hat Russland zuletzt für die kommenden vier Jahre von Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften ausgeschlossen. Immer wieder hatte es in den Jahren zuvor Hinweise auf staatlich organisiertes Doping gegeben. Die Regierung in Moskau und die russische Anti-Doping-Agentur Rusada dementieren die Vorwürfe.

AP / Gregorio Borgia
Sportler trainieren während der Olympischen Spiele in Sotschi / 23. Februar 2014AP / Gregorio Borgia

18 - Orthodoxe Kirche der Ukraine spaltet sich von Russland ab

Unter dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko hat sich die orthodoxe Kirche der Ukraine 2018 von der russischen abgespalten - und im Januar 2019 formell für unabhängig erklärt.

AP / Mykhailo Markiv
Ukrainischer Präsident Poroschenko in der St. Sophien Kathedrale in Kiew am 15. Dez. 2018AP / Mykhailo Markiv

19 - Rentenreform in Russland

Monatelang gab es Proteste gegen die russische Rentenreform. Für Frauen sollte das Renteneintrittsalter von 55 auf 64 und für Männer von 60 auf 65 angehoben werden. Schließlich ruderte Wladimir Putin ein wenig zurück: Frauen sollen jetzt mit 60 in Rente gehen. Dabei sind die Renten in Russland niedrig - und vor allem die Lebenserwartung der Männer gering.

AP/Dmitri Lovetsky
Protestkundgebung gegen Rentenreform in St. Petersburg im Sept. 2018AP/Dmitri Lovetsky

20 - Ausstieg aus dem INF-Abrüstungsvertrag

Russland und die USA weisen sich gegenseitig die Verantwortung dafür zu, dass sie aus dem INF-Abrüstungsvertrag für atomare Mittelstreckenwaffen ausgestiegen sind. Mit dem von den USA und der Sowjetunion 1987 ausgehandelten Vertrag über nukleare Mittelstreckensysteme hatten sich beide Staaten verpflichtet, Nuklearraketen mit kurzer und mittlerer Reichweite sowie konventionelle Raketen abzuschaffen. Eine neue Einigung ist nicht in Sicht.

AP / Pavel Golovkin
Bodengestützte 9M729-Marschflugkörper auf dem Militärflugplatz Kubinka in der Nähe von MoskauAP / Pavel Golovkin