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Tickende Zeitbombe : Fels über Bergdorf Kandersteg droht abzubrechen

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Von Euronews  mit FRFT via EBU
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Der Oeschinensee oberhalb von Kandersteg
Der Oeschinensee oberhalb von Kandersteg   -   Copyright  FRFT via EBU

Eine Region wie aus dem Bilderbuch: Das Gebiet um Kandersteg gilt als eines der schönsten in den Schweizer Alpen – und zieht jährlich viele Reisende an. Doch die Bergidylle ist bedroht – denn die Menschen hier in Kandersteg leben mit einer tickenden Zeitbombe.

Fels bewegt sich mehrere Meter pro Jahr

Der "Spitze Stein", der Fels oberhalb des kleinen Orts bewegt sich – und droht abzurutschen. Der Geologe Jörg Häberle und sein Team behalten die Gefahr genau im Blick. 

Mit dem Hubschrauber überfliegt er die Felsnase und erklärt: "Dort in den Schwarzen Bereichen rutscht der Fels bereits ab. Man kann gut das lose Geröll erkennen. Manchmal sind es ganze Felsblöcke, die abrutschen – so groß wie Garagen."

Um die Bewegung der Felsen im Blick zu behalten, wurden Dutzende Sensoren am Berg angebracht. So konnten die Forschenden feststellen, dass sich der Fels jedes Jahr um mehrere Meter bewegt - ein Rekord in den Alpen. 

Klimawandel als Hauptursache

Schuld ist vor allem der Klimawandel. Durch ihn schmilzt der Permafrost, Wasser gelangt in den Fels und er wird brüchig. Sollte irgendwann tatsächlich die ganze Felsnase abstürzen, wäre der Ort Kandersteg wohl Geschichte. 

Doch die Bewohner:innen bleiben gelassen. "Ich denke, die Gefahr ist viel größer bei einem Autounfall zu sterben, als irgendwann vom herabstürzenden Berg getötet zu werden", sagt eine Frau.

Immerhin kann das Horrorszenario dank der Messstation 48 Stunden vorher angekündigt werden – genug Zeit, um das Dorf zu evakuieren.

Nach Marmolata-Gletscherbruch Angst vor weiteren Unglücken

Überall in den Alpen schreitet die Gletscherschmelze rasant voran - erst vergangenen Sonntag kamen bei einem Gletscherbruch in den Dolomiten mehrere Menschen ums Leben.

Vom Gletscher auf der Nordseite der Marmolata war ein massiver Brocken abgebrochen. Er stürzte zusammen mit Wasser und Geröll mit einer Geschwindigkeit von 300 Stundenkilometern ins Tal. Dabei riss es mehrere Bergsportler mit, elf Menschen wurden getötet. Laut Experten waren die hohen Temperaturen der vergangenen Tage und Wochen, die mit dem Klimawandel zusammenhängen dürften, ein Grund für das Unglück.